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Leben

Status quo: Lieferengpässe und Rohstoffpreise

Unternehmen in der Region berichten in einer IHK-Umfrage über anhaltende Probleme und wirtschaftliche Risiken – die IHK berät zur Stabilisierung der Lieferketten.

Text: Katharina Hamacher

Obwohl die Kundennachfrage stetig steigt, setzt die Corona-Krise vielen produzierenden Industrieunternehmen in der Region noch immer zu. Grund dafür sind gestörte Lieferketten und steigende Rohstoffpreise. Das ergab eine Blitz-Umfrage der IHK Köln, an der sich im Sommer 109 Betriebe beteiligten. Rund 78 Prozent der Befragten berichteten von Produktionsverzögerungen, sechs Prozent von -ausfällen. Das Hauptproblem sind die Lieferengpässe von Rohstoffen wie Metallen und Vorprodukten über Kunststoffe, Stahl und elektronische Bauteile bis hin zu Kartonagen und Holz. Dadurch wird nicht nur die Produktion vieler Unternehmen eingeschränkt, sondern oftmals auch die Auslieferung verzögert. Die globale Nachfrage nach wichtigen Rohstoffen bedingt einen enormen Preisanstieg, der für 80 Prozent der befragten Unternehmen ein mittleres bis hohes wirtschaftliches Risiko darstellt. Knapp 70 Prozent rechnen nicht mit einer kurzfristigen Besserung bei den Lieferschwierigkeiten.

Problem: Enge Verflechtung mit Asien

Ein entscheidender Faktor dabei ist die enge Verflechtung der Unternehmen mit dem asiatischen Wirtschaftsraum: Rund 46 Prozent der Betriebe verorten Störungen ihrer Bezugsquellen in China sowie der Region Asien/Pazifik insgesamt, gefolgt von der Eurozone mit 17 Prozent und Nordamerika mit 12 Prozent. Alexander Hoeckle, Geschäftsführer International und Unternehmensförderung der IHK Köln, sieht durch die Ergebnisse der Umfrage ein grundlegendes Problem bestätigt: „Je weiter Zulieferer entfernt sind, desto störungsanfälliger ist die Lieferkette. Deshalb ist es wichtig, stets zu prüfen, ob die Ketten verkürzt und damit resilienter gemacht werden können.“

Er rät betroffenen Betrieben zusätzlich zu einer breiteren Aufstellung: „Wer auf mehrere Lieferanten zurückgreifen kann, ist nicht nur flexibler, sondern hat das Risiko breiter gestreut und ist im Zweifel auch preislich nicht so abhängig.“ Unabhängiger machen sich auch Betriebe, die ihre Lagerhaltung ausbauen – für Hoeckle gerade in Krisenzeiten ein wichtiger Punkt, um stets produktions- und lieferfähig zu sein.

Welche Faktoren ansonsten entscheidend sind und welche gesetzlichen Regelungen Unternehmen beachten sollten, hat das IHK-Team International und Unternehmensförderung in einem eigenen Lieferketten-Portal zusammengetragen (siehe Infokasten). Das Angebot reicht von der Beratung zum Lieferkettengesetz über Tipps für Digitalisierungs-Tools, um Lieferprozesse zu vereinfachen und transparenter machen. Die Expert:innen stellen bei Bedarf auch Kontakte zu deutschen Außenhandelskammern her, um Unternehmen etwa bei der Lieferantensuche in bestimmten Regionen zu unterstützen.

Lieferketten-Portal der IHK Köln

Wie entstehen nachhaltige und resiliente Lieferketten? Diese komplexe Frage beantwortet das Lieferketten-Portal des IHK-Bereichs International und Unternehmensförderung.
Für Fragen stehen Alexander Hoeckle, Tel. 0221 1640-1550, und Gudrun Grosse, 0221 1640-1561, zur Verfügung.

www.ihk-koeln.de/235820

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