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"Die Zukunft ist ein großes Fragezeichen." Foto: Michael Claushallmann
01.2021

"Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussieht."

Interview mit Jürgen Albishausen, Inhaber des Gasthauses "Zwitscherhäuschen" in Köln Vogelsang.

Wie ist die Lage bzw. wie war die Lage während der Pandemie?
Im ersten Lockdown haben wir ein Take-Away Geschäft eingeführt, welches sehr gut angekommen ist. Dann kam der Sommer, während dem wir besonders von unserem Biergarten profitiert haben. Jetzt, im zweiten Lockdown, hat die Nachfrage beim Take-Away Geschäft fast 40 Prozent nachgelassen. Die große Resonanz ist nicht mehr da und vielleicht ist auch die Solidarität geringer geworden.

Was haben Sie an Hygiene- und Schutzmaßnahmen umgesetzt?
Wir haben Desinfektionsspender besorgt, an den Tischen Trennwände aufgestellt und an der Theke eine Plexiglasscheibe installiert, so dass der Gast sich sicher fühlen kann. Ein Abluftgerät haben wir auch. Zusätzlich haben wir uns mit einem CO2-Messgerät ausgestattet, mit dem wir die Luftqualität erkennen können und sehen, wann stoßgelüftet werden soll.

Was würden Sie tun, um wieder öffnen zu können?
Ich bin durchaus bereit, Hygienevorschriften mitzutragen, in sie zu investieren und auf die Einhaltung zu achten. Das Hygienekonzept wird wohl noch einige Zeit Vorschrift bleiben. Wir werden nicht daran vorbeikommen, die Trennwände noch einige Zeit stehen zu lassen. Alleine schon für die Sicherheit der Gäste.

Wie finanzieren Sie sich aktuell?
Wir finanzieren uns durch unser Take-Away Geschäft, welches wir auch schon während des ersten Lockdowns angeboten haben. Das machen wir täglich drei Stunden, doch natürlich kann dieses Geschäft all die Umsatzeinbußen nicht ausgleichen. Wir haben November- und Dezemberhilfe sehr zeitnah beantragt, haben allerdings bisher nur einen Teil der Novemberhilfe bekommen. Das reicht bei weitem nicht aus, um unsere Kosten zu decken.

Wie sehen Ihre Zukunftsplanungen aus?
Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussieht. Noch mal verlängerter Lockdown, Verzögerungen beim Impfstoff – das ist alles sehr schwer zu planen. Wir wissen nichts mehr. Ich musste Service-Personal entlassen. Wenn die neue Jobs finden, stehe ich bei Wiedereröffnung erstmal ohne Personal da. Die Zukunft ist ein großes Fragezeichen.

Was erwarten Sie jetzt und in Zukunft von der Regierung?
Ich wünsche mir von der Regierung, dass die Gastronomie wieder öffnen darf. Schnellstmöglich am liebsten. Damit wir unsere Hygienekonzepte, in die wir soviel investiert haben, auch umsetzen können. Damit wir endlich wieder unsere Gäste empfangen dürfen und mit ihnen zusammen ein Kölsch trinken können.

Auf dem YouTube Kanal der IHK Köln sehen Sie das Interview mit dem Wirt des Zwitscherhäuschens als Video

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