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Dr. Martin Denzel (Arcus Laboratories GmbH) schilderte auf einer Veranstaltung der IHK Köln seine Erfahrungen mit EU-Förderprogrammen. Foto: Thilo Schmülgen
Service

„EU-Förderantrag? War ganz einfach!“

Die IHK Köln hilft und berät beim Zugang zu öffentlichen Fördermitteln für innovationsstarke Unternehmen. Gerade auch kleinere Unternehmen und Start-ups können davon profitieren – und der Aufwand muss gar nicht groß sein.

Text: Werner Grosch

Dschungel. Dickicht. Bürokratiemonster. Das sind Stichworte, die oft fallen, wenn von den Bedingungen für öffentliche Fördermittel die Rede ist. Gerade die EU-Vorgaben gelten vielen als kaum überwindlich. Andererseits sind die Möglichkeiten schon verlockend. Allein im Programm „Horizont 2020“ hat die EU die gewaltige Summe von 77 Milliarden Euro für innovative Ideen und Produkte bereitgestellt. „Davon ist ein Fünftel dezidiert für kleine und mittlere Unternehmen vorgesehen. Wir wollen gerade sie ermuntern, diese und andere Fördertöpfe auch wirklich zu nutzen“, sagt Detlef Kürten, der sich im Geschäftsbereich Innovation und Umwelt der IHK Köln um die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kümmert.

Ende April lud die IHK Köln zu einer Info-Veranstaltung, in der es eben um die Chancen ging, die sich aus öffentlicher Förderung gerade für kleinere Unternehmen und Start-ups ergeben. In der Theorie ist das alles schön gesagt, konkrete Vorbilder hinterlassen indes den stärksten Eindruck. Deshalb bat die IHK den Gründer Dr. Martin Denzel, die Idee seines Unternehmens ebenso zu schildern wie seine Erfahrungen mit der EU-Förderung.
Denzels Firma Acus Laboratories GmbH, die aus dem Kölner Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns hervorging, ist Anfang 2019 operativ gestartet und arbeitet an einer Methode, die die Wirksamkeit von Medikamenten verbessern und zugleich Nebenwirkungen reduzieren kann. Denn oft ist bei neuen Wirkstoffen etwa in der Krebstherapie zwar klar, dass sie wirken, aber nicht, wo in der Körperzelle sie eigentlich genau binden. Mit dem Kölner Verfahren lässt sich dieser Andockpunkt exakt ermitteln. „Wir können mit unserer Methode buchstäblich die Nadel im Heuhaufen finden“, sagt Denzel. Daher auch der Name Acus Laboratories: Acus ist lateinisch für die Nadel. Und diese Nadel könnte für Forschung und Pharmaindustrie einen großen Fortschritt bedeuten.

Forschungsgelder vom Europäischen Forschungsrat und ERC starting grant

Kein Wunder also, dass die EU die Forschungsarbeit unterstützt, wie Denzel erklärt: „Für unsere Ausgründung konnten wir Forschungsgelder vom Europäischen Forschungsrat (ERC) beantragen. Da mein Labor bereits von einem ERC starting grant gefördert wird, konnte ich weitere Gelder für die Weiterentwicklung unserer Ergebnisse hin zu einer Ausgründung beantragen. Diese so genannte „proof-of-concept” Förderung kann genutzt werden, um das Marktpotenzial von Forschungsergebnissen auszuloten. So konnten wir durch diese eineinhalbjährige Förderung unsere Analyse-Pipeline verbessern, die Patentsituation erkunden und einen Businessplan schreiben.“

Finanzierung fünf Monate nach Antrag

Die öffentliche Förderung hat sich also gelohnt. Und an sie heranzukommen, war gar nicht so schwierig, berichtet der Forscher: „Das Antragsverfahren war einfach. Es ist ein einstufiges Verfahren, bei dem der schriftliche Antrag von fünf Gutachtern kommentiert wird. Wir konnten die Finanzierung fünf Monate nach dem Einreichen des Antrags antreten.“ Eine für solche Verfahren tatsächlich kurze Frist. Dank der schon bestehenden Vor-Förderung war es für Acus sicher besonders einfach, so leicht geht es nicht immer.

IHK Köln hilft und verknüpft Wissenschaft und Wirtschaft

Die IHK Köln aber hilft, wo es möglich ist. Unter anderem mit Förderberatung. Und sie engagiert sich in der Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft, auch um regionalen Unternehmen auch Zugang zu vielversprechenden Innovationen zu ermöglichen. „Die zahlreichen Hochschulen und Forschungsinstitute in und um Köln bieten dafür eine großartige Basis. Außerdem ist die Bereitschaft wissenschaftlicher Einrichtungen zu direkten Kooperationen in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen“, berichtet IHK-Experte Kürten. Eine Entwicklung, die die IHK auch im Sinne der Stärkung des Standortes intensiv gefördert hat und weiter fördert.

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Detlef Kürten

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