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Für Stefanie Kleiners Kochschule "esswahres", hat sich ab März 2020 viel verändert. Foto: Michael Claushallmann
04.2021

"Am meisten begeistert hat mich die IHK Köln in dieser Zeit"

Stefanie Kleiner ist Inhaberin der Kochschule esswahres in Köln-Sülz mit angeschlossener Event-Location. Im Interview mit Barbara Willms berichtet Sie von ihren Erfahrungen in der Krise.

Wie hat sich die Pandemie insgesamt auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?
Zu Beginn des Jahres 2020 hatten wir die beste Auftragslage seit Anbeginn. Wir waren bis weit in den Sommer ausgebucht. Sowohl im Kochschulbereich als auch im Eventbereich. Ab März 2020 hat sich dann fast alles geändert. Die Events wurden von den Firmen storniert und auch Privatveranstaltungen wurden abgesagt. Kochkurse fanden nur mit begrenzter Personenzahl statt. Unser drittes Standbein, die Vermietung für Film und Fotographie, ist uns erhalten geblieben und hat uns durch diese Zeit geholfen. Die Gesamtumsätze sind jedoch um weit mehr als die Hälfte zurückgegangen. Unsere 3-5 Teilzeitkräfte konnten wir nur zum Teil weiterbeschäftigen.

Wie haben Sie Ihr Angebot den Anforderungen anzupassen versucht?
Nach dem ersten Lockdown hatten wir für die Teilnehmer Schildmasken gekauft und Hygienestationen aufgestellt. Außerdem haben wir ein Hygienekonzept erarbeitet, welches jedoch nie staatlich überprüft wurde. Die Buchungslage war auch zwischen den beiden Lockdowns sehr schlecht und unwirtschaftlich wegen der geringeren zulässigen Personenzahl. Bereits beim ersten Lockdown haben wir Onlinekurse erstellt zum Thema „Bewusstes Kochen“. Vor Weihnachten haben wir Streaming-Events veranstaltet. Jetzt erarbeiten wir gerade ein interaktives saisonales Kochbuch mit Videosequenzen und Rezepten zum Download.

Wie haben Sie sich bislang finanziert?
Ich habe meine Rücklagen aufgebraucht. Außerdem habe ich meinen Vermieter angesprochen, der mir erfreulicherweise teilweise entgegengekommen ist. Die Soforthilfe im Frühjahr 2020 sowie die November und Dezemberhilfen haben uns sehr geholfen. Die Überbrückungshilfe III habe ich beantragt, jedoch bis Mitte März noch nicht erhalten. Einen privaten Kredit habe ich bislang nicht aufnehmen müssen und möchte das auch vermeiden.

Wie zufrieden sind Sie mit der staatlichen Hilfestellung für Ihr Unternehmen in der Krise?
Wir sind sehr dankbar für die staatliche Unterstützung. Diese hat uns auf alle Fälle viel geholfen. Dies ist ja auch nicht in jedem Land der Fall, das übersehen manche. Letzte Woche haben wir den Zuwendungsbescheid für unser interaktives Kochbuch bekommen. Darüber sind wir sehr glücklich. Wenig fachliche Unterstützung gab es vom Gesundheitsamt. Wir als Kochschule fielen anscheinend durch ein Raster und bekamen keine konkreten Antworten.

Welche Zukunftspläne haben Sie für Ihr Unternehmen?
Trotz aller Probleme, die die Pandemie und die Folgemaßnahmen mit sich gebracht haben, sehe ich optimistisch in die Zukunft. Erstens werden nach dem Lockdown viele ein starkes Nachholbedürfnis zum Feiern und Ausgehen haben und zweitens hoffe ich, dass unser digitales Angebot als Ergänzung zu den Events und Kochkursen immer mehr Absatz findet. Es wird uns auch helfen, die Location für Foto- und Filmshootings weiterhin vermieten zu können.

Was hat Ihnen am meisten geholfen, durch die Krise zu kommen?
Am meisten begeistert hat mich tatsächlich die IHK Köln in dieser Zeit. Ich fand den Newsletter sehr informativ und habe mich durch die Mitarbeiter unterstützt gefühlt. Besonders herausragend war wirklich ein Mitarbeiter, Dieter Schiefer, der mich sehr engagiert, kompetent und freundlich durch die ganze Zeit begleitet hat und mir den einen oder anderen wertvollen Tipp gab. Das sind wirklich die positiven Seiten in einer Krise.

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