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Wichtige Daten für die Region

Der Industrieatlas der IHK Köln bietet Informationen für Wirtschaft, Medien und Forschung.

Text: Werner Grosch

Regionale Wirtschaftsdaten sind wichtige Quellen der Medien, der Forschung, für die kommunale Wirtschaftsförderung und vieles mehr. Für Köln und die umliegenden Kreise bieten die Umfragen und Statistiken der IHK Köln oft die einzige verlässliche Datenbasis. Das gilt für die dreimal jährlich stattfindende Konjunkturumfrage oder die Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen ebenso wie für den Industrieatlas, den die IHK Köln jedes Jahr herausgibt.

Besonders interessant ist die aktuelle Ausgabe vom Mai 2018. Denn sie zeigt, dass die Industrie, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft hinter dem Dienstleistungssektor zu verschwinden scheint, sogar noch wichtiger wird. Im Bezirk der IHK Köln – also in den Städten Köln und Leverkusen, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen und dem Oberbergischen Kreis – existieren mehr als 5.000 Industriebetriebe, die im Jahr 2017 rund 58 Milliarden Euro umsetzten und fast 133.500 Menschen direkt beschäftigten. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs um 3,3 Milliarden Euro beim Umsatz und um 1.500 bei den Beschäftigtenzahlen. Bezieht man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter industrienaher Dienstleister mit ein, dann ist die Zahl der Arbeitsplätze sogar um rund 10.000 auf etwa 240.000 gestiegen.

Es hat sich also einiges getan in der regionalen Industrie. Das zeigt auch die Tatsache, dass die Zahl der erfassten Unternehmen von 4.600 im Jahr 2012 inzwischen um mehr als zehn Prozent gestiegen ist. Was bleibt, ist zweierlei: Die Mischung aus weltweit operierenden Konzernen und oftmals familiengeführten mittelständischen Industrieunternehmen ist seit vielen Jahren kennzeichnend. Und auch die dominierenden Branchen sind seit langem dieselben: Fahrzeugbau sowie Chemie- und Pharmaindustrie. Die Bedeutung der regionalen Industrie wird auch an ihrer Exportquote deutlich, die mit aktuell 54,1 Prozent die Quote in NRW insgesamt um fast zehn Prozentpunkte übersteigt.

Verantwortlich für den Industrieatlas wie auch die anderen genannten Statistiken ist in der IHK Köln der Geschäftsbereich Standortpolitik mit seiner volkswirtschaftlichen Abteilung. „Wir ermitteln die Zahlen für den Atlas nicht selbst, sondern nutzen dafür Quellen wie IT NRW und das Statistische Bundesamt. So aufbereitet für unsere Region gibt es diese Statistik sonst nirgends“, sagt Daniela Scherhag-Godlinski, die für Konjunktur und Statistik in der IHK Köln zuständig ist.

Die Industrie ist also ein unverzichtbarer Baustein der heimischen Wirtschaft. Dafür braucht sie aber gute Standortbedingungen, und die hängen auch davon ab, wie hoch die Akzeptanz der produzierenden Unternehmen vor Ort ist. Um deren Anerkennung zu steigern, hat die IHK Köln die Initiative „In|du|strie. Gemeinsam. Zukunft. Leben.“ gestartet, die inzwischen schon von mehr als 200 Unternehmen aus der Region unterstützt wird und die vor allem in der direkten Nachbarschaft wirbt. Lokale Unternehmen öffnen sich und nutzen dafür auch Formate wie die „Lange Nacht der Industrie“, um der Öffentlichkeit ein realistisches Bild zu vermitteln.

Genau dazu dienen auch statistische Werke wie der Industrieatlas, der nicht nur den Kammerbezirk insgesamt erfasst, sondern die Daten auch nach den einzelnen Kreisen und Kommunen aufschlüsselt. So zeigt sich schließlich auch, dass der wohl am stärksten ländlich geprägte Raum in der Region zugleich der industriestärkste ist: Im Oberbergischen Kreis arbeiten 41 Prozent der Industriebeschäftigten im Bezirk.

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