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Hat kanadischen Lifestyle über den Atlantik geholt: Jenny Mühlenstädt, Geschäftsführerin der Canadian Spa GmbH in Köln-Rath. Foto: Thilo Schmülgen
Porträt

Wellness aus Kanada für deutsche Gärten

Außenwhirlpools aus Kanada werden zunehmend auch in deutschen Gärten heimisch - nicht zuletzt dank eines Kölner Unternehmens, das „Canadian Spa“ inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz vertreibt. Und mittlerweile auch mit eigenen Technikern für den Kundendienst sorgt.

Text: Werner Grosch

Moderne Bürowelten sind ja oft sehr kreativ gestaltet. Aber so einen gemütlichen Besprechungsraum wie Jenny Mühlenstädt hat wohl kaum ein Unternehmen. Die Geschäftsführerin der Canadian Spa GmbH mit Sitz in Köln-Rath führt ihre Besucher in eine Art Pavillon. Ein bisschen wie eine Sauna, ein wenig wie eine Schutzhütte in den Bergen. Die Fenster rundum erlauben den Verzicht auf eigene Beleuchtung, und so hat die Atmosphäre wirklich etwas von einem Sommerabend im Garten.

Gut, die Aussicht ist jetzt nicht romantisch, sondern zweckmäßig, schließlich sind wir mitten im Lager des Unternehmens, das Außenwhirlpools in Deutschland, Österreich und der Schweiz vertreibt. Die Pools sind das Geschäft der Canadian Spa GmbH, Produzent ist ein gleichnamiges Unternehmen in Kanada. Von Köln aus werden Zubehör und Ersatzteile verschickt, während die Whirlpoollogistik – ob Einzelversand oder ganze Container – aus England und Frankreich organisiert wird. Während in Köln eben nur kleinere Teile lagern, kommen die kompletten Pools aus Lagern in Frankreich und England. Die „Hütte“, wie sie hier in der Halle steht, ist ein so genannter Gazebo, der als Wetter- und Sichtschutz um Gartenpool gebaut werden kann.

Pluspunkt: Deutsche Baumärkte mit genügend großer Ausstellungsfläche

In Kanada ist ein Außenwhirlpool so normal wie in Finnland die Sauna oder das Badefass. Canadian Spa ist eines der größten Unternehmen der Branche und weltweit aktiv. Das Unternehmen von Jenny Mühlenstädts Vater Peter Wilkesmann indes ist eine international tätige Handelsagentur, also Partner für Unternehmen, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Do-it-Yourself-Bereich Fuß fassen wollen oder das auch schon getan haben.

Wie kommen zwei solche Firmen zusammen? „Der Kontakt kam auf der Messe Spoga in Köln zustande, wo der kanadische Geschäftsführer nach einem deutschen Partner suchte“, erzählt Jenny Mühlenstädt. Die Erfahrung im Heimwerkerbereich war da ein großer Pluspunkt für die Kölner, denn es war für die Kaufleute klar, dass in Deutschland Baumärkte die ideale Fläche haben, um Pools auszustellen.

Also begann 2003 die Vertretung für die Pools aus Kanada. Weil aber der reine Vertrieb für dieses beratungsintensive Produkt nicht ausreichte, um es erfolgreich zu vermarkten, wurde 2007 die Canadian Spa GmbH in Köln-Rath gegründet, die nicht nur die Pools über Baumärkte oder Garten- und Landschaftsbauer verkauft, sondern auch den Kundendienst mit eigenen Technikern leistet. Diese Firma führt Jenny Mühlenstädt, die im Jahr 2000 in das Unternehmen ihres Vaters eingestiegen war, heute gemeinsam mit ihrem Mann. Der Vater hat sich nach 35 Jahren aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen.

Anfang der 2000er Jahre, so berichtet die heutige Chefin, kostete ein Außenwhirlpool noch mindestens 15.000 Euro. Heute ist das weniger als ein Drittel, und im No-Name-Bereich gibt es sie sogar schon zu dreistelligen Preisen. Der Außenwhirlpool ist damit vom Luxusgut zum Produkt für „Otto Normal“ geworden. Und: Immer mehr wird das Produkt zur Alternative zu herkömmlichen Pools, weil sie technisch sogar einfacher und im Betrieb ziemlich günstig sind, sagt Jenny Mühlenstädt: „Sie brauchen nur einen Stromanschluss und einen Gartenschlauch zum Befüllen. Der Betrieb kostet einen bis 1,50 Euro pro Tag, inklusive Wasser, Pflegemitteln und Strom.“


Wer will, kann natürlich noch einiges Geld für Extras ausgeben, vom Tablett fürs Cocktailglas über den passenden Sonnenschirm bis hin zu Badezusätzen, die eine „Aromatherapie“ in diversen Duftrichtungen ermöglichen. Die Außenwhirlpools werden gerade in Deutschland immer beliebter, weil ihr Platzbedarf relativ gering ist – mal abgesehen von den Varianten, in denen man richtig schwimmen kann, wie dem fünf Meter langen Top-Produkt von Canadian Spa.

Das Kölner Unternehmen arbeitet mit festangestellten und mit freien Mitarbeitern, sowohl im Kundendienst wie im Vertrieb. Mit diesem System ist der Familienbetrieb nun seit 35 Jahren erfolgreich. Auf das gewachsene Vertrauen der Partner ist Jenny Mühlenstädt auch ein bisschen stolz: „Wir übersetzen inzwischen auch zum Beispiel Verträge für die Kanadier. Manchmal fragen sie aber auch nur, ob der Vertrag okay sei, und wenn ich Ja sage, dann unterschreiben sie. Diese menschliche Seite ist mir sehr wichtig.“

Die „irre Entwicklung“ beim Absatz in Deutschland führt die Unternehmenschefin nicht nur auf die gefallenen Preise zurück. Ein weiterer Grund sei das veränderte Reiseverhalten. „Man bleibt auch gerne im Urlaub zuhause und macht es sich im Garten schön. Das ist eine ähnliche Entwicklung wie bei den Badezimmern – die waren früher bloß zweckmäßig, heute sind das ja fast Wellness-Tempel.“

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