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Nico Picard an seinem Arbeitsplatz bei Miltenyi Biotec. Privat
Leben

Von der Schulbank ins Labor

Nico Picard ist 21 Jahre alt und seit 2018 Auszubildender zum Biologielaboranten bei Miltenyi Biotec in Bergisch-Gladbach. Wir haben ihn gefragt, wie er die Corona-Krise erlebt. Das Protokoll: 

"Mein Name ist Nico Picard, ich bin 21 Jahre alt und bin seit 2018 Auszubildender zum Biologielaboranten bei Miltenyi Biotec in Bergisch-Gladbach. Im Moment bereite ich mich auf die wegen der Corona-Krise verschobenen Prüfungen vor. Es ist eine sehr schwierige Zeit. Die Normalität ist nicht da, natürlich auch nicht in unserer Firma. Büros müssen leer bleiben, es gibt Abstandregelungen und kein gemeinsames Essen in der Kantine. Wir arbeiten vermehrt von Zuhause aus.

Kein leichter Weg
Miltenyi Biotec gehört aber zur systemrelevanten Infrastruktur, weil die Produkte des Unternehmens für die Forschung und die Gesundheitswirtschaft wichtig sind. Das macht mich wirklich stolz, hier arbeiten zu dürfen, denn ich möchte, dass Menschen geholfen werden kann. –Gleichzeitig kann ich meiner naturwissenschaftlichen Neigung nachgehen. Deshalb ist das für mich der perfekte Beruf.

Mein Weg hierhin war allerdings nicht der leichteste. Nach der Grundschule bin ich zunächst auf die Realschule gekommen, nach dem sechsten Schuljahr aber auf die Hauptschule gewechselt. Trotzdem habe ich es später noch aufs Gymnasium geschafft. In der 12. Klasse habe ich mich sehr intensiv mit meiner beruflichen Zukunft auseinandergesetzt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht den akademischen Weg gehen und lieber etwas Praktisches machen und direkt ins Berufsleben einsteigen möchte. Ich habe die Schule deshalb vor dem Abitur verlassen und die Ausbildung bei Miltenyi Biotec angefangen. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut.

Nanopartikel für Antikörper-Tests
Wie ich auf Miltenyi Biotec gekommen bin? Da muss ich weiter ausholen. Als ich meinen ersten Fernseher bekommen habe, lief gerade die Serie „Medical Detectives“. Da ging es darum, mit forensischer Arbeit im Labor Kriminalfälle aufzuklären. Wie die Ermittler dort aus für das Auge unsichtbaren Dingen Informationen herausgeholt haben, hat mich fasziniert. In der Serie wurde zum Beispiel erklärt, wie man aus einem Haar ein DNA-Profil erstellt. Seitdem wollte ich auch einmal so etwas machen.

Ein Freund, der auf meine Schule ging, hat mir dann später von der Ausbildung bei Miltenyi Biotec erzählt. Jetzt bin ich im 2. Lehrjahr und es ist noch besser, als ich es mir vorgestellt habe. Ich habe früher gedacht, man kann nur im Labor arbeiten, wenn man studiert hat. Dabei bin ich bei Miltenyi Biotec während meiner Ausbildung ständig im Labor. Auf meiner Betriebsstation habe ich zuletzt in der Chemieabteilung Nanopartikel hergestellt. Das sind ganz kleine Moleküle, die man noch nicht einmal mit einem Mikroskop erkennen kann. Diese Partikel benötigen wir bei Milteny Biotec für die magnetische Zellseparation, die wiederum bei Blutuntersuchungen eingesetzt wird – wie zum Beispiel bei den Corona-Antikörper-Tests."

Protokolliert von Jörn Wenge

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