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Caleb Frostman, Minister für Arbeitsentwicklung in Wisconsin, zu Besuch in der IHK Köln. Foto: Nadine Preiß
Porträt

Vom deutschen Ausbildungsmodell lernen

Text: Barbara Willms

Caleb Frostman, Minister für Arbeitsentwicklung im US-Bundesstaat Wisconsin, war im Februar mit einer Delegation in der IHK Köln zu Besuch, um sich über das deutsche System der Dualen Ausbildung und aktuelle Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel zu informieren. Barbara Willms hat ihn interviewt.

Wann sind Sie auf das System der deutschen Dualen Ausbildung aufmerksam geworden?
Auf das System der Berufsausbildung in Wisconsin und seine deutschen Wurzeln bin ich erstmals 2016 als Wirtschaftsförderer aufmerksam geworden. Es ging darum, eine Ausbildung mit hohen Qualitätsstandards für besonders gefragte Berufe anzubieten. Das führte uns automatisch zu Berufsbildungsprogrammen. Die Programme in Wisconsin basieren auf dem deutschen Modell. Besonders wichtig sind unsere Ausbildungsprogramme „Registered programming“ und „Youth programming“, die sich als erfolgreich bei der Qualifizierung der Arbeitnehmer erwiesen haben.

Welche neuen Aspekte haben Sie bei Ihrem Besuch kennengelernt?
Wichtige Gesprächsthemen waren zum einen, die jungen Leute schon früh in eine bestimmte Richtung zu leiten, zum anderen die Pflichtmitgliedschaft in den Industrie- und Handelskammern. Was ich auch als sehr ermutigend empfunden habe, ist die Integration der Migranten in Deutschland und was für Einwanderer und Flüchtlinge getan wird. Angesichts des verbreiteten Fachkräftemangels ist das Engagement bei neuen Bevölkerungsgruppen für mich eine inspirierende Erfahrung, sowohl persönlich als auch aus professioneller Sicht.

Einige Elemente der Dualen Ausbildung werden in Wisconsin bereits umgesetzt. Können Sie uns Beispiele nennen?
Die Chicago Area German Chamber of Commerce fördert eine behördlich registrierte Ausbildung zum Industrie-Kundendienstmechaniker, bei der die Auszubildenden zweimal pro Woche zur Schule gehen und an deren Ende ein Abschluss („Associate Degree“) steht. Das „The Wisconsin Youth Apprentice­ship program“, ein langes Praktikum, beginnt in der elften Klasse. Die Auszubildenden können bis zu zwei Jahre daran teilnehmen und sich idealerweise damit für eine behördlich registrierte Ausbildung qualifizieren.


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