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Vielfalt ist eine Chance

Menschen sind unterschiedlich. Das macht sie so wertvoll. Auch und gerade für Unternehmen.

Text: Anke Henrich

„Wir suchen nicht Unterschiede, sondern Gemeinsamkeiten“, formuliert Natalie Kühn, Geschäfts-führerin der Leverkusener SK Elektronik GmbH, ihr Verständnis von Chancengleichheit. „Denn die Gemeinsamkeiten machen uns auch als Unternehmen mit nur 34 Mitarbeitern international er-folgreich“, freut sich die für ihr Engagement schon ausgezeichnete Unternehmerin.

Ihre Firma entwickelt einen eigenen Leitfaden, wie die Mitarbeitenden - rund 40 Prozent haben ausländische Wurzeln - auf allen Ebenen wertschätzend miteinander umgehen. „Diversity Management heißt nicht: Jetzt sind wir mal tolerant. Sondern wir arbeiten daran in Workshops und Mitar-beitergesprächen oder nutzen unser interkulturelles Wissen in Schlichtungsgesprächen“, beschreibt die Gründertochter ihren Einsatz für Chancen für alle. Egal welchen Geschlechts, Alters, Religion, Herkunft, ob im Schreibtischstuhl oder im Rolli. Dafür engagiert sie sich auch beim 6. Deutschen Diversity-Tag in Köln (siehe Kasten.)

6. Deutscher Diversity-Tag
„Vielfalt. Unternehmen - Neue Perspektiven gewinnen“ - so lautet das Motto der IHK Köln zum 6. Deutschen Diversity-Tag am 5. Juni 2018.  Das Rheinland wird bunter, vielfältiger und älter. Um den Blick auf die Chancen zu öffnen, die sich daraus ergeben, lädt die IHK Köln ab 16 Uhr in den Börsen-Saal ein. Die Keynote hält Andreas Hartwig von „living diversity“, einen Impulsvortrag Prof. Dominic Frohn über den Zusammenhang von Geschlechteridentität und Beruf. Viele ermutigende Beispiele für gelungene Zusammenarbeit unabhängig von Alter, Behinderung, Herkunft oder Geschlecht gibt es anschließend im offenen Diversity Space.

Zwei Drittel aller Unternehmen sind laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst&Young aus dem Jahr 2016 überzeugt, dass ihre Organisation von Diversity Management profitiert. Aber: Nur 19 Prozent planen konkrete Maßnahmen.

Über dieses Missverhältnis staunt auch Dr. Sandra von Möller, Geschäftsführerin der BÄRO GmbH & Co. KG aus Leichlingen und Vizepräsidentin der IHK Köln. „Unternehmen, in denen Diversity ein echtes Anliegen des Chefs ist und in denen gemischte Teams arbeiten, sind nachweislich wirtschaftlich erfolgreicher und attraktiver für Fachkräfte“, so die Unternehmerin, deren Betrieb Beleuchtungslösungen für den Einzelhandel und die Reinhaltung von Luft entwickelt. Aber eines werde noch immer zu wenig diskutiert, findet von Möller: „Auch die äußeren Rahmenbedingungen müssen passen. In Deutschland sind wir beispielsweise bei längeren Kita-Öffnungszeiten und Ganztagsschulen, die Müttern und Vätern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern, noch vorsintflutlich unterwegs.“ Damit sich das ändert, engagiert sie die dreifache Mutter auch als Vorsitzende des Arbeitskreises Diversity der IHK Köln (siehe Kasten).

Arbeitskreis Diversity
Der Region Köln gehen die Fachkräfte aus. Dabei gibt es wirksame Hebel, um dieser Entwicklung entgegenzutreten. Gleiche Chancen für Männer und Frauen, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die gelungene Integration von Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund in den Ausbildungs-und Arbeitsmarkt könnten den Trend stoppen. Aber wie funktioniert das in der Praxis am besten? Das will der Arbeitskreis Diversity der IHK Köln herausfinden. Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter institutioneller Partner  diskutieren dort neue Ideen und und Impulse für ein erfolgreiches Diversity Management. .Von den Ideen des Arbeitskreises soll die ganze Region profitieren. Interessierte sind herzlich willkommen. Das nächste Treffen ist am Montag, 4. Juni 2018, 17:00 Uhr.

Wirtschaftsjunioren Köln engagieren sich für Vielfalt
Die Wirtschaftsjunioren Köln möchten die Diversity-Idee auch unter jungen Unternehmerinnen, Unternehmern und Führungskräften weiter verbreiten. Als erster Kreis innerhalb der Wirtschaftsjunioren Deutschlands haben die Köln deshalb im März die "Charta der Vielfalt" unterschrieben. Dabei soll es aber nicht bleiben: Die WJK planen einen Gemeinschaftsaktion zum Diversity-Tag am 5. Juni und arbeiten unter anderem mit dem WDR, Ford, dem Institut der deutschen Wirtschaft und der IHK Köln an gemeinsamen Projekten zu diesem Thema.