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Alles andere als einfach: Die - gute gemeinte - neue Mehrwertsteuer-Regelung verursacht Mehraufwand. Bild: Heribert Schulmeyer
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Viel zu tun bei Mehrwertsteuer

Text: Werner Grosch

Die befristete Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 bzw. von 7 auf 5 % stellt viele Unternehmen vor große technische und organisatorische Herausforderungen. Die IHK-Organisation hat sich deshalb für ein möglichst einfaches Verfahren engagiert und einige Forderungen durchgesetzt, die im finalen Anwendungsschreiben des Bundesfinanzministeriums aufgenommen wurden. So gibt es nun eine Übergangsregelung für B2B-Fälle. Demnach kann der Leistungsempfänger bei Leistungen, die im Juli erbracht werden, auch noch eine mit 19% bzw. 7% zu hoch ausgewiesene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Voraussetzung ist, dass der leistende Unternehmer diese Umsatzsteuer beim Finanzamt angemeldet und bezahlt hat. Eine weitere Vereinfachung gibt es bei Pfandbeträgen.

Trotz einiger durchaus unbürokratischer Lösungen wie dem pauschalen Abzug an der Kasse und dem Verzicht auf die Pflicht zur Preis-Neuauszeichnung existiert eine Reihe von Zweifelsfällen, in denen Unternehmen unsicher sein könnten. Ein Beispiel dafür ist der Umgang mit Gutscheinen. Hier gilt: Bei so genannten Einzweck-Gutscheinen, wo der Ort der Leistung und der Steuersatz feststehen, ist der zum Zeitpunkt der Gutscheinausgabe geltende Satz anzuwenden. Bei Mehrzweck-Gutscheinen indes muss der Satz angewendet werden, der zum Zeitpunkt der Einlösung des Gutscheines gilt.

Ähnlich kompliziert ist die Lage bei so genannten Dauerleistungen, denn da stellt sich die Frage, ob diese etwa in Teilleistungen unterteilbar sind. Jahreskarten etwa gelten nach vorherrschender Rechtsmeinung als nicht teilbar. Es kommt zu einer Vorauszahlung für eine bestimmte einheitliche Leistung, so dass der zum Zeitpunkt des Kaufs geltende Steuersatz anzuwenden ist. Bei „Zehner-Karten“ und Ähnlichem etwa fürs Schwimmbad oder die Sauna sieht es dagegen anders aus – wenn drei von zehn Saunabesuchen nun nach dem 1. Juli stattfinden, müssen diese entsprechend anders versteuert werden.

Weitere Infos – etwa zum Umgang mit Anzahlungen oder zu langfristigen Verträgen – und eine Checkliste finden Sie auf www.ihk-koeln.de/233001. Die IHK Köln plant für den 11. August eine kostenlose Webinar-Veranstaltung zum Thema Mehrwertsteuersenkung. Infos dazu finden Sie unter www.ihk-koeln.de/235420.

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