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Zeichnung: Heribert Schulmeyer
Service

Umtausch, Garantie, Gewährleistung


Wann darf ein Kunde Ware umtauschen? Wie weit reicht die gesetzlich vorgeschriebene Gewähr­leistung? Was unterscheidet diese von einer Garantie? Da es über diese Fragen häufig Streit und Unsicherheiten zwischen Käufern und Verkäu­fern gibt, hat die IHK Köln die wichtigsten Informationen in einem Merkblatt zusammengefasst.

Dort wird klargestellt: Entgegen landläufiger Annahme gibt es kein generelles Umtauschrecht für Waren, die im stationären Handel gekauft wurden. Ein Widerrufsrecht räumt der Gesetz­geber nur bei bestimmten Geschäften ein, dar­unter so genannten Fernabsatzgeschäften, die ausschließlich über Telekommunikationsmittel abgewickelt wurden, also auch über das Internet. Zum Schutz der Verbraucher gilt hier ein 14­-tägi­ges Widerrufsrecht unabhängig von etwaigen Produktmängeln.

Händler können natürlich ihren Kunden ein Um tauschrecht bei Nichtgefallen einräumen. Dies ist aber ebenso ein freiwilliger Service wie etwa eine Garantie auf die Beschaffenheit oder – in der Praxis vor allem bedeutsam – die Haltbar­keit einer Ware. Diese Garantien werden häufig verwechselt mit der Gewährleistung, zu der der Verkäufer gesetzlich verpflichtet ist. Die Gewähr­leistung betrifft Mängel eines Produktes und regelt, in welchen Fällen der Verkäufer welche Leistungen zu erbringen hat. Der Käufer hat bei Sachmängeln zunächst nur Anspruch auf Nacherfüllung. Dieses Recht auf Nachbesserung kann durch Reparatur oder Ersatz erfüllt werden, also beispielsweise durch die Lieferung eines funktionsfähigen Ersatzgerätes.

Verweigert der Verkäufer die Nacherfüllung, schlägt sie fehl – im Regelfall gilt sie nach dem zweiten erfolglosen Nachbesserungs­Versuch als fehlgeschlagen – oder ist eine angemessene Frist verstrichen, dann stehen dem Käufer Ansprüche auf Rücktritt vom Vertrag, Minderung und/oder Schadensersatz zu. Schadensersatz kann unter Umständen beispielsweise dann verlangt wer­den, wenn etwa Lebensmittel aufgrund eines fehlerhaften Kühlschrankes verdorben sind und den Verkäufer ein Verschulden trifft.


INFOS UND KONTAKT

Im Internetauftritt der IHK Köln finden Sie das Merkblatt mit den wichtigsten Grundregeln.
Zudem steht unseren Mitgliedsunternehmen die zuständige IHK­-Juristin Inga Buntenbroich für erste Auskünfte zur Verfügung. Tel. 0221 1640-­3200, inga.buntenbroich@koeln.ihk.de


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