Stichwortsuche

Illustration: Heribert Schulmeyer
Service

Umfassendes Steuerpaket

Die Bundesregierung hat im September das Gesetzgebungsverfahren für ein Jahressteuergesetz
2020 – und damit für ein umfassendes Steuerpaket – gestartet. Ein Teil der Neuregelungen wird schon
am 1. Januar, ein weiterer Teil am 1. Juli 2021 in Kraft treten. Die Neuerungen, die ab Juli gelten
werden, betreffen das so genannte Mehrwertsteuer-Digitalpaket. Die wichtigsten Punkte hierbei sind:

Schon bisher müssen sich Versandhändler für Lieferungen in andere EU-Staaten unter Umständen dort umsatzsteuerlich registrieren lassen, wenn sie gewisse Lieferschwellen überschreiten. Diese Schwellen waren bisher je nach Land sehr unterschiedlich und lagen zwischen 35.000 und 100.000 Euro. Künftig gilt eine einheitliche Grenze von 10.000 Euro.

Zweiter wichtiger Punkt: Weil die aktuell noch geltende Steuerbefreiung für Sendungen aus einem Drittland bis zu einem Wert von 22 Euro wegfällt, entsteht ein deutlich höherer bürokratischer
Aufwand. Um dem zu begegnen, hat der Gesetzgeber eine Sonderregelung für die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer für Waren bis 150 Euro geschaffen.

Über diese beiden Aspekte hinaus sieht das so genannte Digitalpaket sehr weitreichende Änderungen
für Lieferungen über Online-Marktplätze vor sowie eine Ausweitung des Mini-One-Stop-Shop-
Verfahrens, das schon bisher dazu diente, die Notwendigkeit einer umsatzsteuerlichen Registrierung in Empfängerländern zu vermeiden.

Weitere Änderungen im Umsatzsteuergesetz treten schon am 1. Januar 2021 in Kraft. Diese schränken
beispielsweise die Möglichkeit zu Preisnachlässen bei Lieferungen innerhalb von Unternehmerketten ein. Außerdem bringt das Gesetz eine Verlagerung der Steuerschuld bei Telekommunikationsdienstleistungen vom Dienstleister auf den Empfänger mit sich. Über diese und weitere Neuerungen im Jahressteuergesetz informieren wir auf www.ihk-koeln.de/240520. Dort finden Sie auch weiter­führende Links sowie eine Auslegungshilfe zum Mehrwertsteuer-Digitalpaket.

WEITERE THEMEN