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Stipendium befördert Azubi-Talente auf die Karriereleiter

Das „Weiterbildungsstipendium“ fördert die Karriere besonders begabter und erfolgreicher Azubis. Auch Betriebe können ihre Talente mit einem Empfehlungsschreiben für die Auswahlliste vorschlagen.

Text: Angela Hilsmann

Azubis, die ihre Ausbildung besonders erfolgreich abgeschlossen haben, können bei ihrer weiteren Qualifizierung ein Stipendium bekommen. Gefördert werden anspruchsvolle fachliche Weiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen zum/zur Techniker/-in, Meister/-in und Fachwirt/-in – und auch ein berufsbegleitendes Studium.

Immobilienkauffrau Jasmin Mäser zum Beispiel hat eine Weiterbildung zur „Sachverständige für Immobilienbewertung (TÜV)“ absolviert. Nach ihrer Ausbildung zur Immobilienkauffrau betreute sie bei ihrem Arbeitgeber GAG Immobilien AG in Köln unter anderem die Kostenentwicklungen aller Bauträger-, Neubau- und Modernisierungsvorhaben – und entdeckte dabei ihr Interesse an bautechnischen Prozessen. Mit Hilfe des Stipendiums konnte sie sich entsprechend weiterentwickeln und fortbilden: „Besonders toll fand ich, dass man bei dem Weiterbildungsstipendium selbst entscheiden kann, in welcher Branche und welcher Richtung man sich weiterbilden möchte. In meinem Fall kamen nur Weiterbildungen in der Immobilienbranche in Frage; und in dieser Branche gibt es nicht sehr viele Stipendien, die einem eine berufliche Weiterentwicklung ermöglichen“, berichtet Jasmin Mäser.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich für ein Weiterbildungsstipendium bewerben:

  • Die Bewerber/-innen müssen grundsätzlich jünger als 25 Jahre sein. Bei Älteren können jedoch Anrechnungszeiten - zum Beispiel für ein freiwilliges soziales Jahr – diese Altersgrenze nach hinten verschieben (maximal um drei Jahre).
  • Mindestens 87 Punkte oder besser als „gut“ (bei mehreren Prüfungsteilen Durchschnittsnote 1,9 oder besser) in der Berufsabschlussprüfung erreicht haben
    oder
    eine Platzierung unter den ersten Drei bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb
    oder
    ein Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers oder der Berufsschule vorlegen können, in dem sie die besondere Qualifikation des Bewerbers oder der Bewerberin begründen.

Bis zu 7.200 Euro Förderung

Die Teilnehmer des Förderprogramms können seit Beginn 2017 über einen Zeitraum von maximal drei Jahren insgesamt 7.200 Euro erhalten, pro Jahr höchstens 2.400 Euro. Das Geld kann dabei nicht nur für Lehrgangskosten verwendet werden, sondern auch für Prüfungskosten. Neu ist seit Jahresbeginn der „IT-Bonus“ von 250 Euro für die Anschaffung eines Notebooks oder Tablets.

Mehr als 125.000 junge Menschen wurden bisher im Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Mit aktuell über 17.000 Stipendiatinnen und  Stipendiaten ist das Weiterbildungsstipendium der „Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung“ sogar eines der größten Stipendienprogramme überhaupt.

Jana Bogme ist eine von ihnen. Nach ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin Digital und Print arbeitet sie mittlerweile als Art Director bei der alle freiheit Werbeagentur GmbH in Köln – und hat zudem ein Studium im Bachelor-Studiengang Medien- und Kommunikationsmanagement begonnen. „Da ich berufsbegleitend, also nach der regulären Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche, studiere, ist die Doppelbelastung sehr hoch. Das Stipendium hilft mir, mich ohne finanziellen Druck auf mein Studium zu konzentrieren“, erklärt sie. Ihrem Chef, Agenturgründer und alleinvertretender Geschäftsführer Roy Sämerow, imponiert das Engagement: „Als unsere Mitarbeiterin Jana Bogme um ein Empfehlungsschreiben für ihre Stipendienbewerbung bat, war das selbstverständlich. Solch ein Schreiben ist schließlich auch ein Signal - nach innen und nach außen: Als Unternehmen kann man zeigen, dass man Wert legt auf engagierte und qualifizierte Mitarbeiter, und dass man gleichzeitig als Arbeitgeber bereit ist, sie zu fördern und zu halten.“

Rund 300 Kammern – darunter auch die IHK Köln - und weitere Berufsbildungsstellen unterstützen die Stiftung bei der organisatorischen Umsetzung des Programms. Allein die IHK Köln organisiert jedes Jahr die Aufnahme von rund 80 Stipendiaten und Stipendiatinnen in das Programm. Die verbindliche Zusage über die Aufnahme in das Förderprogramm wird jeweils im Januar versandt.

Mit der IHK Köln in fünf Schritten zum Weiterbildungsstipendium:

1. Unterlagen-Download auf der Website der IHK Köln www.ihk-koeln.de, Dok.-Nr. 110
2. Bewerbungsantrag ausfüllen
3. Kopie des Prüfungszeugnisses beifügen
4. Unter Umständen Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers oder der Berufsschule beilegen
5. Bewerbung per Post bis zum 31. Dezember bei der IHK Köln einreichen. (Falls die Weiterbildung bereits vorher beginnt, muss der Bewerbungsantrag allerdings vor dem Weiterbildungsstart eingereicht werden).

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