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Leben

Start in den Sommer: Köln geht raus

Raus ins Freie, wann immer und so lange es geht: Spätestens seit der Fußball-WM 2006 hat sich in Deutschland eine Freiluft-Kultur etabliert. Für Gastronomen und Veranstalter liegt darin ein großes Potenzial - und die Stadt verdient mit.

Text: Werner Grosch

Draußen nicht nur Kännchen

866 genehmigte Außengastronomien existieren derzeit (Stand April 2019) in Köln. Sie alle müssen von der Stadt genehmigt werden, ob großer Biergarten oder kleine Tischchen auf dem Gehweg. Geheimtipp für alle Kölner, die sich über die Stadtgrenzen hinweg wagen: die Schiffsbrücke in Leverkusen, wo die Wupper in den Rhein mündet. Hier betreibt der Förderverein der Brü­cke auf einem kleinen Kutter ein Café. Ein schönes Plätzchen, um Kaffee und Kuchen zu genießen.

Außengastronomie kostet extra

Einfach mal Tische rausstellen, das geht nicht. In Köln braucht man für Außengastronomie
im „öffentlichen Straßenland“ zwei (erweiterte Gast­stättenerlaubnis und Sondernutzungserlaubnis für die Außenfläche) oder sogar drei (Baugenehmigung bei mehr als 50 Plätzen) Genehmigungen von der Stadt. Hinzu kommen einmalige Gebühren von mindestens 800 bis hin zu 4.000 Euro sowie laufende von 2,20 bis 6,30 Euro pro Quadratmeter und Monat, je nach Lage. Außerdem muss ein mindestens 1,50 Meter breiter Weg für Fußgänger auf jeden Fall frei bleiben.

Hilfe von der IHK

Die IHK Köln informiert und unterstützt Unternehmen aus der Gastronomie durch Veranstaltungen und Publikationen. Alle wichtigen rechtlichen Basisfragen, auch zur Außengastro nomie, beantwortet die Broschüre „Eröffnung oder Übernahme eines Gaststättengewerbes“, die Sie auf
www.ihk­koeln.de unter der Dokumenten­-Nr. 1933 finden. Der IHK-­Ausschuss für Gastronomie, Touristik und Freizeit engagiert sich zudem beim Thema Gestaltungsrichtlinien für Außenflächen,
die in Köln beispielsweise gerade neu erarbeitet werden.

Draußen Live-Musik hören – 2019 tun das Hunderttausende

Open-­Air­-Festivals und ­Konzerte locken jedes Jahr viele zahlende Besucher nach Köln. Das zeigen die Bilanzen diverser Locations aus dem Vorjahr: Zu Freiluft­-Auftritten am Tanzbrunnen kamen da 405.000 Besucher, zum Summerjam 30.000, zum Amphi­Festival 12.500. Dieses Jahr kommen noch einige Konzerte im RheinEnergie­STADION dazu, die mehr als 200.000 Gäste anziehen werden: Metallica, Muse, Pink und gleich zweimal Phil Collins geben sich die Ehre.

Becher oder Hörnchen?

Im Sommer raus, das geht für viele nicht ohne Eis. Das klassische italienische Eiscafé,
das Dolomiti oder Venezia heißt und vor allem Vanille und Stracciatella verkauft, ist ein bisschen aus der Mode gekommen. Dennoch gibt es allein in Köln auch heute noch etwa 200 Eisdielen. Viele davon setzen auf moderne Trends wie veganes Eis oder neuartige Sorten wie Orange­Basilikum, Birne-­Petersilie oder gar Pumpernickel. Solche gibt es unter anderem bei Il Gelato di Ferigo in Köln­  Bayenthal, einem der – laut diversen  Rankings – besten Eismacher Deutschlands.

Draußen gucken – bis nach Hollywood

Der Outdoor­-Trend zum Draußensein hat auch dazu geführt, dass Autokinos wieder an Beliebt­heit gewinnen: Ihr Umsatz stieg 2017 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon profitiert auch das „Drive in“ in Köln­Porz, das sich bis heute unter den nur noch rund 20 Autokinos in Deutschland gehalten hat und über rund 1.000 Plätze verfügt. So richtig im Freien sitzt man natürlich da nicht, dafür gibt es aber in Köln im Sommer Open­Air­Kinos, etwa im Rheinauhafen mit schwimmender Leinwand (Sion Sommerkino) oder im Cinenova.

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