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Am Kölner Neumarkt soll durch stärkere Präsenz von Ordnungsamt und Polizei die Lage verbessert werden. Foto: Peter Boettcher
Leben

Standortfaktoren „Sicherheit und Sauberkeit“

Eine IHK-Umfrage zeigt, dass viele Mitgliedsunternehmen in innerstädtischen Lagen ihren Standort durch Vandalismus, Drogenszene, Diebstähle und Verunreinigungen abgewertet sehen. Besonders am Neumarkt ist die Lage seit Jahren prekär. Nach Appellen der Vollversammlung sind jedoch erste Verbesserungen in Sicht.

Text: Patrick Schröder

Die Lage am Kölner Neumarkt bleibt schwierig: Er gilt als Drogenhotspot, immer wieder kommt es hier zu Taten im Rauschgift-Milieu. Konflikte zwischen Süchtigen und Dealern, Spritzen auf der Straße, Rauschgift-Konsum in aller Öffentlichkeit, hohe Präsenz der Drogen- und Bettlerszene. Die Unternehmen vor Ort berichten, dass sich Verschmutzungen, Pöbeleien, Straftaten sowie Polizei- und Krankenwageneinsätze negativ auf ihre Geschäfte auswirken. Die Zustände am Neumarkt belasten den umliegenden Handel, Gastronomie, Verkehrsgewerbe und Dienstleister und wirken sich zudem negativ auf die Stadt Köln als Tourismus-, Messe- und Kongressstandort aus.

Die Vollversammlung der IHK Köln hat sich auf ihrer Sitzung im Dezember 2020 sehr ausführlich mit der Lage am Neumarkt beschäftigt. Einhellige Meinung: So kann es nicht weitergehen. An Politik und Verwaltung wurde appeliert, für den zentralen Kölner Platz eine tragfähige Lösung mit einem wirksamem und abgestimmtem Vorgehen gegen Drogenmissbrauch und Kriminalität zu entwickeln. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind durch die Corona-Pandemie sehr belastet. Damit sie überleben können, müssen mindestens die Rahmenbedingungen am Standort stimmen“, erläutert Präsidentin Nicole Grünewald. Die Kammerpräsidentin weiter: „Für eine dauerhafte Lösung müssen die Anliegen der Unternehmen ernst genommen werden. Hier geht es um einen zentralen Platz, der eine Visitenkarte für unsere Stadt ist.“

Die Vollversammlung forderte unter anderem, ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen. „Das ist dringend erforderlich, um Sicherheit und Sauberkeit am und um den Neumarkt zu verbessern“, beschreibt Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Köln, den aus Sicht der Kammer ersten notwendigen Schritt. Im Forderungskatalog, den die Vollversammlung zum Neumarkt aufgestellt hat, heißt es weiter: „Wir erkennen die Bemühungen der Polizei und des Ordnungsamtes an, das Problem vor Ort in Griff zu bekommen, und begrüßen ausdrücklich die Videoüberwachung. Polizei und Ordnungsamt müssen jedoch die Anzahl der Streifengänge erhöhen und auf dem Neumarkt und in den umliegenden Straßen regelmäßig präsent sein.“

Die Lage am Kölner Neumarkt bleibt schwierig: Er gilt als Drogenhotspot, immer wieder kommt es hier zu Taten im Rauschgift-Milieu. Konflikte zwischen Süchtigen und Dealern, Spritzen auf der Straße, Rauschgift-Konsum in aller Öffentlichkeit, hohe Präsenz der Drogen- und Bettlerszene. Die Unternehmen vor Ort berichten, dass sich Verschmutzungen, Pöbeleien, Straftaten sowie Polizei- und Krankenwageneinsätze negativ auf ihre Geschäfte auswirken. Die Zustände am Neumarkt belasten den umliegenden Handel, Gastronomie, Verkehrsgewerbe und Dienstleister und wirken sich zudem negativ auf die Stadt Köln als Tourismus-, Messe- und Kongressstandort aus.

Die Vollversammlung der IHK Köln hat sich auf ihrer Sitzung im Dezember 2020 sehr ausführlich mit der Lage am Neumarkt beschäftigt. Einhellige Meinung: So kann es nicht weitergehen. An Politik und Verwaltung wurde appeliert, für den zentralen Kölner Platz eine tragfähige Lösung mit einem wirksamem und abgestimmtem Vorgehen gegen Drogenmissbrauch und Kriminalität zu entwickeln. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind durch die Corona-Pandemie sehr belastet. Damit sie überleben können, müssen mindestens die Rahmenbedingungen am Standort stimmen“, erläutert Präsidentin Nicole Grünewald. Die Kammerpräsidentin weiter: „Für eine dauerhafte Lösung müssen die Anliegen der Unternehmen ernst genommen werden. Hier geht es um einen zentralen Platz, der eine Visitenkarte für unsere Stadt ist.“

Die Vollversammlung forderte unter anderem, ein schlüssiges Gesamtkonzept vorzulegen. „Das ist dringend erforderlich, um Sicherheit und Sauberkeit am und um den Neumarkt zu verbessern“, beschreibt Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Köln, den aus Sicht der Kammer ersten notwendigen Schritt. Im Forderungskatalog, den die Vollversammlung zum Neumarkt aufgestellt hat, heißt es weiter: „Wir erkennen die Bemühungen der Polizei und des Ordnungsamtes an, das Problem vor Ort in Griff zu bekommen, und begrüßen ausdrücklich die Videoüberwachung. Polizei und Ordnungsamt müssen jedoch die Anzahl der Streifengänge erhöhen und auf dem Neumarkt und in den umliegenden Straßen regelmäßig präsent sein.“

Bei der stadtplanerischen Untersuchung „Ost-West-Achse Köln – Mobilität der Zukunft“ wurde vor einigen Jahren auch über die Neugestaltung des zentralen Kölner Platzes nachgedacht.
Visualisierung: WES LandschaftsArchitektur

Bei der Stadt Köln traf der Appell der Vollversammlung auf offene Ohren. Der Neumarkt ist stärker in den Fokus der Ordnungskräfte gerückt, die Anliegen der Unternehmerinnen und Unternehmer konnten in mehreren persönlichen Gesprächen mit Politik und Verwaltung eingebracht werden. „Jüngste Rückmeldungen anliegender Unternehmen haben eine spürbar stärkere Präsenz von Polizei und Ordnungsamt auf und um den Neumarkt bestätigt. Wir haben den Eindruck, dass etwas passiert. In den relevanten Arbeitskreisen sind wir vertreten und werden die von der Vollversammlung angemahnte Entwicklung mit Nachdruck verfolgen“, sagt IHK-Vizepräsident Johannes Schilling, der die Interessen der IHK-Mitgliedsunternehmen im Austausch mit Stadt und Verwaltung vertritt.

IHK-Umfrage: Unternehmen mussten eigene Ausgaben für Sicherheit erhöhen

Wie wichtig Sicherheit und Sauberkeit als Standortfaktoren sind – nicht nur am Neumarkt – unterstreicht eine aktuelle IHK-Umfrage unter Kölner Unternehmen. Danach sind knapp 70 Prozent der Befragten der Meinung, dass sich die Sicherheitslage in ihrem innerstädtischen Unternehmensumfeld in den letzten fünf Jahren nicht verbessert habe. 30 Prozent gaben sogar an, sie habe sich eher verschlechtert. So sehen sich 37 Prozent gezwungen, ihre Ausgaben für mehr Sicherheit noch zu erhöhen. Zentrale Sicherheitsprobleme bleiben für 26 Prozent der Befragten der Vandalismus, die offene Drogenszene (24 Prozent), alkoholisierte Gruppen (22 Prozent), das aggressive Betteln (20 Prozent), Einbrüche (15 Prozent) und der Trick- und Taschendiebstahl (13 Prozent).

Und auch in puncto Sauberkeit gibt es weiterhin schlechte Noten: Für knapp 68 Prozent der Unternehmen hat sich in den vergangenen fünf Jahren an der Sauberkeit in ihrem Umfeld kaum etwas verändert. 40 Prozent glauben sogar, eine weitere Verschlechterung zu erkennen. Das hat dazu geführt, dass 34 Prozent der Befragten ihre Ausgaben für Sauberkeit und Instanthaltung erhöhen mussten. Lediglich ein Prozent gab an, es hätte die Ausgaben in diesem Bereich senken können.

Beklagt wird vorrangig die Verunreinigung durch Müll (46 Prozent) und durch wildes Urinieren (25 Prozent). In der Kritik stehen aber auch ungepflegte Frei- und Grünflächen (25 Prozent), verschmutzte Gehwege (29 Prozent), Verschmutzung durch Graffiti (22 Prozent) und die Verschmutzung durch Tierexkremente (15 Prozent). Etwas besser wird der Einsatz der Polizei bewertet: 24 Prozent zeigten sich eher zufrieden, doch sind immerhin 30 Prozent der Befragten mit der sicherheitsrelevanten Arbeit der Polizei im Innenstadtbereich unzufrieden. Grundsätzlich ist den befragten Unternehmen jedoch bewusst, unter welch schwierigen Rahmenbedingungen derzeit zumindest ein gewisser Grad an Sicherheit gewährleistet werden muss.

Die Vollversammlung war sich einig: Eine dauerhafte Lösung der Probleme setzt voraus, dass die Anliegen der örtlichen Unternehmen ernst genommen werden und deren Know-how bei den Planungen mit einbezogen wird. Kammerpräsidentin Nicole Grünewald: „Selbstverständlich werden sich die betroffenen Mitgliedsunternehmen und die IHK an der Erarbeitung der Konzepte und der Begleitung der Umsetzung beteiligen.“

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