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Wissen Sie, wie im Netz über Ihr Unternehmen gesprochen wird?

Social-Media-Monitoring als erster Draht zu Ihren Zielgruppen

Drei Fragen an Prof. Dr. Klemens Skibicki, Social-Media-Experte und Speaker

Neben den Informationen, die ein Unternehmen oder eine Organisation aktiv selbst über eigene Kanäle verbreitet, existieren auch ganz unabhängig davon auf Social-Media-Kanälen, in Foren oder in Kommentaren Äußerungen von anderen Stakeholdern. Entweder direkt zum Unternehmen, zu Produkten oder zu Themen, die das Unternehmen betreffen. Gut, davon zu wissen, um den Dialog zu suchen, die Kundenwünsche zu kennen oder auch um Krisen vorzubeugen. Über die Relevanz des Themas haben wir mit Prof. Dr. Klemens Skibicki gesprochen, der Unternehmen als Keynote-Speaker über Möglichkeiten und Risiken der digitalen Kommunikation aufklärt.

Welche Informationen können Unternehmen durch das Monitoring von Social-Media-Plattformen erhalten?

Wer spricht auf welchen Kanälen über welche Themen und in welcher Art und Weise? Welche Argumente und welche Wortführer werden diskutiert, abgelehnt oder verbreitet? All dies sind wichtige Fragen, die eine Marktnähe und Eindrücke vom Meinungsbild ermöglichen, wie es in Zeiten vor Social Media undenkbar war. Unternehmen können dies nutzen, um bessere Entscheidungen in den Augen ihrer Kunden zu treffen - ein elementarer Vorteil zum Nutzen aller Seiten. Außerdem bekommen Unternehmen Feedback zu ihrer eigenen Tätigkeit, können neue wichtige Themen entdecken und letztendlich Wissen aufbauen, das wiederum im ganzen Unternehmen weitergegeben werden kann.

Wie sollten Unternehmen mit den Informationen umgehen, wie können sie reagieren?

In Zeiten klassischer Medien genügten Presseclipping-Dienste, die aber zur Abdeckung von Social Media weder ausreichen, noch den Anforderungen an Echtzeitreaktion und Dialog genügen, die erst die "Gespräche" im Social Web eröffneten. Dies gilt im Positiven, aber auch im Negativen. Ein solcher "Shitstorm" ähnelt der Situation, die viele wohl noch aus ihrer Kindheit kennen: Wenn auf dem Schulhof jemand negativ über andere gesprochen hat, dann konnten diese Gespräche nur aufhören, wenn der Besprochene dies mitbekommt, reagieren und sich im Gespräch erarbeiten kann, dass Missverständnisse geklärt und Beziehungen im gegenseitigen Dialog aufgebaut werden. Diese "Nähe" wird heutzutage eben digital ergänzt, ist aber eben ohne ein solches Monitoring kaum möglich.

Gibt es Tipps, wie das in der Praxis funktionieren kann?

Selbstverständlich können professionelle Dienstleister eingesetzt werden, zunächst ist es aber wesentlich, als Unternehmen oder Organisation selbst im Netz vor Ort zu sein. Nur wer präsent ist und sich auf den einzelnen Plattformen auskennt, kann die Diskussion oder Informationen von dort auch entsprechend bewerten. Für den Anfang genügt der Einsatz von Google-Alerts, die regelmäßig über Nennungen des eigenen Unternehmens (oder der Konkurrenz) im Internet informieren. Diese funktionieren allerdings nicht über alle Social-Media-Plattformen, hier ist dann eine entsprechende Software oder aber die Dienstleistung einer Social-Media-Agentur hilfreich.

Prof. Dr. Klemens Skibicki (Jahrgang 1972) promovierte nach seinen Diplomabschlüssen in BWL und VWL an der Universität zu Köln am gleichen Ort 2001 zum Dr. rer. pol. im Fach Wirtschaftsgeschichte. Seit 2004 ist er Professor für Economics, Marketing und Marktforschung an der Cologne Business School in Köln.

Neben der wissenschaftlichen Forschung zum Online-Marketing kommen später der Betrieb eigener Internetplattformen und Engagements als Business Angel oder Investor in digitalen Start-ups sowie ab 2012 die von ihm mitgegründete Unternehmensberatung Convidera hinzu. Diese wuchs in den ersten 4 Jahren auf rund 70 Mitarbeiter, die von den Standorten Köln und Düsseldorf aus Unternehmen vom DAX-Konzern bis zum Mittelständler auf dem Weg der digitalen Transformation der ganzen Wertschöpfungskette mit Beratung, Umsetzung und Software-Lösungen begleiteten. Im Mai 2016 verkaufte Skibicki seine Convidera-Anteile, um als Keynote-Speaker und Berater ausgewählter Top-Führungskräfte noch flexibler als Schnittstelle zu einem breit aufgestellten Netzwerk aus Beratungen, Agenturen, Freelancern, Softwarehäusern und Investoren agieren und unterstützen zu können. Auf diese Weise können die jeweiligen Partner für ein ganzheitliches Change-Management von Geschäftsmodellen, Unternehmensstrukturen und Unternehmenskulturen passgenau ausgewählt werden, die für die Transformation an die Rahmenbedingungen des digital vernetzen Zeitalters jeweils erforderlich sind.

Seit Januar 2013 ist Klemens Skibicki Kernmitglied des Beirates „junge digitale Wirtschaft“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Im Juni 2014 folgte mit der Berufung in den Digitalbotschafter-Kreis des Wirtschaftsministers Nordrhein-Westfalen im Bereich „Corporates“ eine weitere Tätigkeit in der ehrenamtlichen Politikberatung.

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