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350 Fahrzeuge, die überwiegend Gefahrgüter transportieren, sind beim Kölner Unternehmen Richter im Einsatz und werden vom Gefahrgutbeauftragten eng überwacht. Foto: Michael Claushallmann
Service

Sicherer Umgang mit Gefahrgut

Wenn Unternehmen in Deutschland gefährliche Güter transportieren wollen oder mit Gefahrstoffen umgehen, müssen sie zahlreiche Regeln beachten. Zwei Veranstaltungen in der IHK Köln informieren.

Text: Eli Hamacher

Wenn bei einem Tankcontainer die Deckel nicht richtig schließen und Gefahrstoffe austreten könnten, lässt Andreas Krüger den Container unmittelbar reparieren und gegebenenfalls reinigen. Sicherheit geht für den Gefahrgutbeauftragten der Kölner Curt Richter SE vor. Als Gefahrstoffe definiert der Gesetzgeber Stoffe, die Umwelt und Gesundheit gefährden, etwa durch Gifteinwirkung, Brand oder Explosion.

Als Gefahrgüter werden Stoffe und Gegenstände bezeichnet, von denen solche Gefährdungen in Verbindung mit dem Transport ausgehen. Über aktuelle Trends und neue Bestimmungen zu Gefahrstoffen und -gütern können sich Unternehmen und Interessierte auf zwei Veranstaltungen in der IHK Köln informieren: dem 16. Kölner Gefahrstofftag und dem 1. Kölner GefahrGutTag, einer Informationsveranstaltung zu aktuellen Themen rund um Gefahrgutbeförderung, bei der es auch um die neuen ADR-Regelungen geht (ADR = Europäisches Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße), die alle zwei Jahre aktualisiert werden.

Gefahrgutbeauftragte wie Andreas Krüger überwachen im Unternehmen, dass die Mitarbeiter alle rechtlichen Belange einhalten. Bei der Kölner Curt Richter SE, einem führenden Logistik-Dienstleister der chemischen und petrochemischen Industrie in Europa, ist Krüger für 350 Fahrzeuge zuständig, die überwiegend Gefahrgüter transportieren. Alle fünf Jahre muss der 46-Jährige bei der IHK eine Prüfung ablegen, um sein Zertifikat verlängern zu lassen. Je nach Bedarf kann er zur Vorbereitung eine Schulung bei einem Veranstalter besuchen, den die IHK anerkannt hat (siehe auch Kasten). Wer erstmalig ein Zertifikat erwirbt, muss an den Schulungen teilnehmen. Der Lernstoff gilt als anspruchsvoll. „Wenn man bedenkt, welch' große Gefahr beim Transport einer zum Beispiel hochgiftigen und ätzenden Flüssigkeit durch eine Großstadt wie Köln ausgeht, ist es richtig, dass die Messlatte so hoch hängt“, findet Krüger.

Besondere Vorsicht ist auch beim Einsatz neuer Technologien geboten, etwa den additiven Verfahren, vereinfacht häufig als 3-D-Druck bezeichnet. Für industrielle Anwendungen gewinnen additive Verfahren bei Sonderanfertigungen oder geringen Stückzahlen in vielen Bereichen an Bedeutung. Zurzeit erfolgen dabei noch viele Arbeitsschritte manuell. „Über die möglichen Belastungen für Beschäftigte durch Emissionen beim 3-D-Druck war bisher wenig bekannt“, sagt Dr. Renate Beisser, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und Referentin beim 16. Kölner Gefahrstofftag (siehe Kasten). Mehrere Unfallversicherungsträger haben diese gemeinsam mit ihrem Institut untersucht. Die Ergebnisse stellt Beisser beim Gefahrstofftag vor.

GefahrGutTag und Gefahrstofftag

Am 10. Dezember 2018 findet in der IHK Köln ab 9:30 Uhr der 1. Kölner GefahrGutTag statt. Die Informationsveranstaltung richtet sich an Unternehmen, die zum Beispiel in der Logistik, der Chemie, als Spediteur oder Anbieter von Schulungen aktiv sind, ebensowie an Gefahrgutbeauftragte und Dozenten von Gefahrgutschulungen und Fahrschulen. Dozenten erhalten mit der Teilnahme eine Bescheinigung als Nachweis einerWeiterbildungsmaßnahme.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.ihk-koeln.de/191340.

Am 13. Dezember 2018 lädt die Deutsche Gesellschaft für Arbeitshygiene (DGAH) in Kooperation mit der IHK Köln und weiteren Partnern am 13 Uhr zum 16. Kölner Gefahrstofftag in die IHK Köln ein. Ziel der Veranstaltung ist es, Arbeitsschützer sowie Interessierte aus den Unternehmen über neue Entwicklungen ebenso wie gesetzliche Regelungen rund um Gefahrstoffe zu informieren. Es wird zum Beispiel um Schutzmaßahmen rund um den 3-D-Druckprozess, um Krebs als arbeitsbedingte Todesursache Nr. 1 sowie Schadstoffe bei Bränden  ehen.

Weitere Informationen und Details zur Anmeldung unter www.ihk-koeln.de/191421.

IHK Köln hilft und vermittelt

Gefahrgutbeauftragte müssen sich bei der IHK Köln zertifizieren lassen und zuvor Lehrgänge besuchen. Zur Vorbereitung auf die Prüfung veröffentlicht die IHK auf ihrer Website einen Fragenkatalog sowie eine Übersicht von Veranstaltern, die Schulungen anbieten, ebenso wie Prüfungstermine.

Details unter www.ihk-koeln.de/1172.

Ausführliche Informationen über Gefahrgutfahrer unter www.ihk-koeln.de/1173.

Bei Gefahrstoffen gilt: Durch die Kriterien der CLP-Verordnung (Regulation on Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures) sollen gefährliche Chemikalien identifiziert und ihre Anwender über die jeweiligen Gefahren mit Hilfe von Standardsymbolen und -sätzen auf den Kennzeichnungsetiketten und in den Sicherheitsdatenblättern informiert werden. Ausführlich informiert der Helpdesk Reach-CLP-Biozid auf www.reach-clpbiozid-helpdesk.de. Das Service-Telefon des Reach-CLP-Biozid-Helpdesk der Bundesbehörden erreichen Sie unter +49 231 9071–2971.

Das IHK-Merkblatt „Chemikalienrecht in zehn Minuten“ vermittelt einen ersten Eindruck über die wesentlichen Regelungen im Chemikalienrecht, darunter auch zur CLP-Verordnung: www.koeln-ihk.de/177520.

In Bezug auf Gefahrstoffe und Arbeitsschutz ist die Gefahrstoffverordnung relevant. Sie regelt umfassend die Schutzmaßnahmen für Beschäftigte bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen. Hier informiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf www.baua.de. Infos auch beim Landesinstitut für Arbeitsgestaltung: www.lia.nrw.de

Umfangreiche Informationen zu Einstufung, Kennzeichnung, zu den Gefahrenhinweisen sowie Arbeitsschutzaspekten von vielen Stoffen und Gemischen lassen sich in der GESTIS-Stoffdatenbank recherchieren: www.komnet.nrw.de.

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