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Foto: Peter Boettcher
Leben

Mit Promi-Faktor: „Schumachers" in Bergheim

Text: Joachim Römer

In der Flaniermeile von Bergheim, gleich hinter dem Aachener Tor, hat der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Ralf Schumacher vor zwei Jahren im ehemaligen „Café Klatsch“ ein schlichtes Restaurant eröffnet. Die Bergbau-Stadt im Rhein-Erft-Kreis hat mit dem „Schumachers“ eine beachtliche kulinarische Adresse erhalten, die wegen des günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses inzwischen auch von Gästen aus dem benachbarten Köln aufgesucht wird.

Im rustikal-wohnlichen Ambiente auf zwei Etagen des schmalen weißen Backsteinhauses sitzt man an Designer-Tischen aus altem kanadischem Ahorn und bekommt eine schnörkellose kleine Speisenkarte mit fünf Vorspeisen (um 16 Euro), fünf Hauptgerichten (um 25 Euro) und drei Desserts (10 Euro). Hinzu kommt ein tagesaktuelles Abendmenü mit vier Gängen für 49 Euro, das sich sehen lassen kann: Vitello tonnato mit gebratener Seawater-Gamba; pochierte Fjordforelle mit Schmorgurke und Senfsauce; Tranche vom Steinbutt mit Pfifferlingen, Speckbohnen und Selleriecreme, und zum Dessert marinierte Beeren mit Joghurteis, weiße Mousse au Chocolat und Mandelhippe.

Wem das zu viel Fisch ist, der kann auf ein Filetsteak vom Nebraska-Rind oder eine Brust von der Maispoularde ausweichen, die in ebenso tadelloser Qualität auf den Tisch kommen wie die Gänge aus dem Menü. Hochachtung nötigt die Weinkarte ab, allein zehn offene Sorten und eine stattliche Flaschenwein-Auswahl aktueller Gewächse aus Europa und Übersee mit einigen Renommier-Stückchen, wie sie Formel-1-Rennfahrer gerne trinken. Auf die Empfehlungen des Restaurantchefs Arib ist Verlass.

Der Chef: Philipp Längsfeld
Der junge Koch ist im Lechenicher Restaurant „Husarenquartier“ in die Lehre gegangen und hat dort seine Neigung zur Patisserie entdeckt. Es folgten fünf Jahre in der Pantry-Küche des Kölner Restaurants „Poisson“ mit der Entdeckung, dass gut zubereitete Fischgerichte eine Marktlücke darstellen: Austern, Steinbutt und Wolfsbarsch in der Salzkruste gehören seitdem zu seinen Favoriten. Vor zwei Jahren ließ sich der heute 29-Jährige von Ralf Schumacher abwerben, der im „Poisson“ als Gast verkehrte, und war von Anfang an bei der Planung und Gestaltung der Küche dabei. Seit der Eröffnung Küchenchef, ist er jetzt Inhaber des Restaurants. Ex-Patron Schumacher beschränkt sich auf die Rolle als Stammgast und Berater. (Foto: Peter Boettcher)

Vitello Tonnato à la Schumachers

Zutaten für 4 Personen:
500g frischer Thunfisch
1 Zitrone
2 EL Kapern mit Fond
1 Chili mittelscharf
2 Seawater Gambas
2 EL Mayonaise
2 EL Creme fraiche
1⁄2 l Kalbsfond
1 Schalotte
1 Sardelle
1 Stange Lauch
2 Lorbeerblätter
2 Knoblauchzehen
2 Stangen Staudensellerie
etwas Weißwein
1 Kalbssemerrolle (Schwanzstück)

Zubereitung:
Schalotte, Lauch, Sellerie und Knoblauch in grobe Würfel schneiden. Alles in einen Topf geben, anschwitzen und mit Weißwein ablöschen. Den Kalbsfond angießen und die Lorbeerblätter hinzugeben. Den Sud aufkochen und sieden lassen. Die Kalbssemerrolle parieren und rundum scharf anbraten. Nun die Semerrolle zum Sud geben und bei kleiner Hitze ca. 45 bis 60 Minuten pochieren. Danach aus dem Sud nehmen und abkühlen lassen.
Für die Thunfischcreme den Thunfisch, Knoblauch und Chili in grobe Würfel schneiden. Alles bei kleiner Hitze anbraten und garen. Die Kapern mit Fond, Sardellen und Abrieb einer Zitrone hinzugeben und mit 100ml Kalbsfond aufgießen. Alles in einen Mixer geben, Creme fraiche und Mayonnaise hinzugeben, alles pürieren und durch ein feines Sieb passieren.
Die abgekühlte Kalbssemerrolle in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben auf einem Teller anrichten und mit der Thunfischsauce, zwei in Olivenöl gebratenen Seawater Gambas und einem kleinen Salatbukett servieren.

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