Stichwortsuche

Fotos: Peter Boettcher
Leben

Preiswert und gut: Das Maybach

Text: Joachim Römer

Gastronomie in großen Zahlen: 180 Gäste finden im Restaurant Platz, 200 auf der Terrasse hinter dem Kölner MediaPark. Das großzügige Ambiente, die geschickte Raumaufteilung und die durchgängigen Öffnungszeiten waren vor knapp zwanzig Jahren, als das Maybach eröffnete, eine Neuheit in der Gastronomie. Das Konzept, dem Gast ganztags und unkompliziert warme Küche anzubieten und auch Gruppen ohne Anmeldeformalitäten aufzunehmen, war vom Start weg erfolgreich.

Das straffe, marktgerechte Speisenangebot orientiert sich an den Verzehrgewohnheiten eines jüngeren Großstadtpublikums und besticht durch günstige Preise: Vorspeisen kosten um zehn und Hauptgerichte um 15 Euro, und wer sich ein Rumpsteak mit Gambas gönnen will, zahlt zehn Euro mehr. Hinzu kommt ein stattliches, liebevoll präsentiertes Getränkeangebot von Softdrinks über eine spezielle Bierkarte bis zum Wein, der in preiswerter Vielfalt auch offen auf der Karte steht und jeweils ausführlich kommentiert wird.

Gutbürgerlich-klassisch heißt die Formel für die Küche, die sich aber auch mit Gemüse-Panaché,  gebratenem Risotto und Valrhona-Schokolade modern gibt. Sie setzt auf Nachhaltigkeit und Regionalität (Kohlrabi, Kaninchen, Schweinerücken). Mittags stehen Bürgergerichte wie Kohlrouladen und Frikadellen auf der Karte, abends ist das argentinische Rinderfilet der Renner. Fisch kommt von der Longline-Angel aus Island, und für Veganer gibt es Rote Bete in Meerrettich oder Gemüsebrätlinge. Zum Dessert gibt es Mandelmousse mit Erdbeer-Carpaccio - alles in guter Qualität und schöner Optik, und trotz der Vielzahl der Bestellungen entsteht beim Besucher nicht das Gefühl von Gemeinschaftsverpflegung.

Der Chef: Wolfgang Grätz (55)

Grätz, gelernter Fleischer und Koch und seit 1996 Küchenmeister, blickt auf eine beeindruckende gastronomische Vita zurück. Nach Lehrjahren in Bamberg kochte er im Bayerischen Hof in München, im Rebstock in Würzburg und im InterContinental in Berlin. Auslandsaufenthalte führten ihn nach Stockholm, Palm Springs und Vancouver. Es folgten das Hotel Tulpenfeld in Bonn und das Mäxwell in Köln. Er hat das Wippenbekk mit eröffnet und 1998 mit dem Maybach sein Lebenswerk begründet: Dort ist er Inhaber und Küchenchef in einer Person, morgens der Erste und abends der Letzte.

Restaurant Maybach

Maybachstraße 111, 50670 Köln
Telefon (0221) 012 35 98

Restaurant mit 180 Plätzen
Terrasse mit 200 Plätzen

Küche: 12 bis 24 Uhr
Freitag und Samstag bis 1 Uhr
Sonntag 10 bis 15 Uhr

Alle Karten
Internet: www.maybach111.de

Das Rezept: Grasbrunner Kartoffelgurkensalat

Zutaten:

1 kg festkochende Kartoffeln
Salz
1 kleine Zwiebel
1 Salatgurke
6 Radieschen
350 ml Geflügelbrühe / Gemüsebrühe
3 EL Weißweinessig
1 bis 2 TL scharfer Senf
Meersalz/Pfeffer weiß
1 Prise Zucker
3 EL gebräunte Butter oder Öl
1 Handvoll Bärlauchblätter, in Streifen geschnitten

Zubereitung:

Die Kartoffeln waschen und in Salzwasser weich kochen. Das Wasser abgießen, die Kartoffeln möglichst heiß schälen, in dünne Scheiben schneiden, in eine Schüssel geben und noch heiß weiter verarbeiten.

Die Zwiebel schälen, in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne in ca. 100 ml Wasser oder Brühe einige Minuten weich köcheln, bis die Flüssigkeit verdampft ist.

Die Gurke in Scheiben hobeln, die Radieschen putzen, waschen und in Scheiben hobeln.

Die Brühe erhitzen, mit Essig und Senf verrühren, mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen und eine Handvoll Kartoffeln hinein mixen. Nach und nach unter die Kartoffelscheiben mischen, bis die Flüssigkeit vollständig gebunden wird. Anschließend die gebräunte Butter mit Zwiebeln, Gurken, Radieschen und Bärlauch unterheben, etwas ziehen lassen und nach Bedarf nochmals nachwürzen.

Dazu passt eine würzige Iberico-Bratwurst.

WEITERE THEMEN