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Mit der Telekom hat die IHK Köln den Zertifikatslehrgang „Cyber Security Professional“ entwickelt. Foto: Sepp Spiegl
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Passgenaue Weiterbildung

Unternehmen wünschen sich maßgeschneiderte Weiterbildungskonzepte. Die IHK Köln hat entsprechende Angebote.

Text: Lothar Schmitz

Weiterbildung geht auch in Corona-Zeiten, in denen der Betrieb von öffentlichen und Bildungseinrichtungen in weiten Teilen lange untersagt war. Auch die Wirtschaftsakademie Am Ring muss, wie so viele Unternehmen, Umsatzeinbußen verkraften. Viele Projekte und Coachings sind in den vergangenen Wochen ausgefallen, die Nachfrage nach Unterrichtsräumen, die die Akademie vermietet, ging auf null zurück. Die gute Nachricht jedoch: „Die meisten Lehrgänge können weiter stattfinden, nämlich digital“, erzählt Julia Frey-Illhardt, Geschäftsführerin der Wirtschaftsakademie.

Für viele Betriebe und ihre Beschäftigten sind derzeit zwar andere Themen drängender als
Weiterbildung, aber der Bedarf an zusätzlicher Qualifizierung lässt nicht nach. Denn die großen Trends, die in zahlreichen Unternehmen für Weiterbildungsdruck sorgen, bleiben: In vielen Branchen herrscht auch weiterhin Fachkräftemangel, die Entwicklung der E-Mobilität wird sich fortsetzen, außerdem schreitet die Digitalisierung voran.

„Dass mobiles Arbeiten und mobiles Lernen zum Standard werden könnten, schien bislang
undenkbar. Jetzt aber werden wie unter einem Brennglas die immensen Potenziale sichtbar, die digitale Technologien grundsätzlich bieten“, sagt Achim Berg, Präsident des Bundesverbands
Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom).

Weiterbildung maßgeschneidert I: IHK-Zertifikatslehrgänge in Eigenregie

Um Potenziale zu nutzen, ist oft neues Fachwissen erforderlich. Das Bildungszentrum der IHK Köln hat deshalb in den vergangenen Monaten und Jahren eine ganze Reihe neuer Zertifikatslehrgänge entwickelt, etwa „Social-Media-Manager/-in“ oder „E-Commerce-Manager/-in“.

Allen gemeinsam ist das schlanke Format. Sie umfassen mindestens 50 Unterrichtsstunden,
erfordern eine Anwesenheit von 80 Prozent und schließen mit einer praxisorientierten
Prüfung ab, die dann zu einem IHK-Zertifikat führt. Ein weiterer Vorteil in Zeiten beschleunigten
Wandels: „Wir können einen solchen Lehrgang binnen weniger Monate entwickeln und damit viel schneller auf die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen eingehen“, betont Caroline Mager, Leiterin des IHK-Bildungszentrums.

Die Entwicklung eines komplett neuen Lehrgangs der bundesweit einheitlichen, gesetzlich
geregelten IHK-Aufstiegsweiterbildung –etwa mit Fachwirt- oder Industriemeister-Abschluss – ist zeitlich und organisatorisch viel aufwändiger. Die Zertifikatslehrgänge bedienen zudem einen wichtigen Trend: „Wir stellen vermehrt fest, dass unsere Mitgliedsunternehmen Weiterbildungsformate suchen, die auf sie zugeschnitten sind“, beobachtet Jasna Rezo-Flanze, Leiterin Fachkräftesicherung der IHK Köln.

Weiterbildung maßgeschneidert II: Kooperation mit Qualifizierungspartnern

„Wir ermitteln zuerst den Bedarf der Betriebe und konzeptionieren die Lehrgänge entlang der
Unternehmensbedürfnisse“, erläutert Caroline Mager. Zugleich sind Angebote wie „Agile/-r
Mindsetter“ oder „Social-Media-Manager/-in“ so angelegt, dass sie für viele Unternehmen
unterschiedlicher Branchen interessant sind. Dabei setzt die IHK auch auf Kooperationen mit anderen Weiterbildungsanbietern. Der Ford Aus- und Weiterbildung e.V. bietet zum Beispiel in
Zusammenarbeit mit der IHK den Zertifikatslehrgang „Veränderungsbegleiter/-in (IHK)“ an. Die IT-Akademie Nordrhein-Westfalen GmbH hat unter anderem die mit der IHK entwickelten Lehrgänge „Informationssicherheitsbeauftragte/-r“ und „IT Security Coordinator/-in“ im Angebot

„Wir sehen viel Potenzial für Lehrgänge mit IHK-Zertifikatsprüfung“, sagt auch Julia Frey-
Illhardt von der Wirtschaftsakademie Am Ring in Köln. „Diese schlankeren Weiterbildungskonzepte
reagieren schnell auf aktuelle Qualifizierungsbedarfe und sind wirklich gefragt.“ Die Wirtschaftsakademie hat mit der IHK eine Reihe von Zertifikatslehrgängen entwickelt. Besonders
gefragt sind momentan „Prozess-Manager/-in IHK“, der derzeit als digitales Format stattfindet, und „Digital Transformation Manager/-in IHK“.

Weiterbildung maßgeschneidert III: Lehrgänge in Kooperation mit Firmen

Es geht noch individueller. Immer wieder treten Unternehmen mit regelmäßigem Weiterbildungsbedarf in bestimmten Segmenten an die IHK heran. Sie wollen selbst weiterbilden, suchen bei der Entwicklung des konkreten Formats jedoch die Unterstützung von Weiterbildungsprofis – und wollen dem entsprechenden Lehrgang durch eine Abschlussprüfung und ein Zertifikat einer unabhängigen Instanz mehr Geltung verschaffen.

Ein Beispiel ist der IHK-Zertifikatslehrgang „Prozesskostenberater/-in 4.0“, den die IHK
gemeinsam mit der Soennecken eG in Overath entwickelt hat. Die Soennecken eG bildet gemeinsam mit derzeit 550 Mitgliedern eine genossenschaftliche Gemeinschaft zur Vermarktung,
Finanzierung und Logistik von Produkten rund um die Büroorganisation. Soennecken sorgt zentral für Einkauf, Lagerung, IT und Marketing, entwickelt Shopsysteme und berät die Genossenschaftsmitglieder. Gut die Hälfte von ihnen sind Unternehmen, die gewerblich
Büromaterial verkaufen. Für deren Vertriebler hat Soennecken den Zertifikatslehrgang ersonnen und mit der IHK umgesetzt. Der Lehrgang vermittelt, wie Firmen eigentlich ihr Material beschaffen, welche Prozesse dazu im Hintergrund laufen, wie Kunden bei diesen Prozessen beraten und unterstützt werden können, erläutert Kai Holtkamp, Bereichsleiter Vertriebs- und
Geschäftsentwicklung bei Soennecken.

Die Telekom kooperiert schon seit sieben Jahren mit dem Bildungszentrum der IHK Köln. Der Konzern betreibt weltweit 17 „Cyber Defense and Security Operation Center“, das europaweit größte davon in Bonn. „Um die digitalen Infrastrukturen der Telekom selbst sowie der vielen Kunden angemessen zu schützen, benötigen wir hervorragende Fachkräfte mit sehr speziellen Kompetenzen“, sagt Lisa Lübke, Spezialistin für Personal- und Organisationsentwicklung bei Telekom Security in Bonn. Wichtigstes Produkt der Zusammenarbeit mit der IHK: das Zertifikatsprogramm „Cyber Security Professional“.

Seit 2014 starten jährlich bis zu 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem zweieinhalbjährigen Entwicklungsprogramm, das mit einem bundesweit gültigen IHK-Zertifikat abschließt und deutlich länger dauert als ein herkömmlicher IHK-Zertifikatslehrgang. „Die Teilnehmenden werden in Theorie und Praxis umfassend auf die anspruchsvollen Aufgaben in der Abwehr von Cyberattacken vorbereitet“, so Lübke. Seit 2018 profitieren auch Beschäftigte anderer Unternehmen unterschiedlicher Branchen von dem Programm.

Infos zu den Zertifikatslehrgängen: www.ihk-koeln.de/82939

Aktuelle Lehrgänge: www.ihk-koeln.de/veranstaltungen

Weiterbildung und Zertifikatslehrgänge:

Caroline Mager
Tel. 0221 1640-6720
caroline.mager@koeln.ihk.de

Fachkräftesicherung:

Jasna Rezo-Flanze
Tel. 0221 1640-6200
jasna.rezo-flanze@koeln.ihk.de

Bildungsberatung:

Tel. 0221 1640-6260
bildungsberatung@koeln.ihk.de

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