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Metropolregion könnte Zentrum für digitale Gesundheit werden

Studie sieht großes Potenzial – IHK Köln fördert Vernetzung und beleuchtet die Chancen und Voraussetzungen in einer hochkarätig besetzen Veranstaltung

Text: Werner Grosch

Um die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft für NRW und speziell für die Kölner Region zu erfassen, muss man sich nur ein paar Zahlen anschauen. Die erste: Mehr als eine Million Menschen in NRW arbeiten in diesem Sektor – das entspricht einem Sechstel aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse. Die zweite: Allein im Bezirk der IHK Köln sind mehr als 5.000 Unternehmen der Gesundheitsbranche registriert, von Heimen über ambulante Pflegedienste bis hin zu Pharmaindustrie und Medizintechnik.

Selbstverständlich also, dass sich die IHK Köln bei der Förderung und Weiterentwicklung des Gesundheitsstandortes engagiert. Gemeinsam mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln und sieben Gebietskörperschaften der Region hat die IHK Köln schon vor fast zehn Jahren den Verbund Gesundheitsregion KölnBonn geschaffen, dem heute 135 Unternehmen und Einrichtungen angehören. Das Branchen-Netzwerk arbeitet nach eigener Darstellung daran, „die Region KölnBonn zu einem national und international beachteten und anerkannten Gesundheitsstandort zu entwickeln und auszubauen“. Ein hoher Anspruch. Dass dieses Ziel aber durchaus realistisch ist, zeigt die kürzlich veröffentlichte Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des German ICT & Media Institute (GIMI), der Stadt Köln und des Universitätsklinikums Köln.

Die Metropolregion Köln-Bonn hat demnach das Potenzial, „ein deutschlandweit führendes digitales Gesundheitscluster“ zu entwickeln. Gemeint ist damit ein „Ökosystem“ aus Forschungseinrichtungen, etablierten Unternehmen und Start-ups, das eng zusammenarbeitet und dabei neue Technologien nutzt und selbst auch entwickelt. Wichtige Faktoren für diese Einschätzung seien das Patienteneinzugsgebiet mit mehr als sechs Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern sowie das Versorgungsnetz mit 57 Krankenhäusern einschließlich renommierter Universitätskliniken, heißt es in der Untersuchung.

Für die IHK Köln ergibt sich aus der Studie vor allem eines: Gesprächsbedarf. Wo liegen die größten Potenziale? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit sich dieses Cluster entwickeln kann? Wer ist dabei vor allem gefragt? Genau diese und weitere Fragen stellt die IHK Köln bei einer Diskussionsveranstaltung am 29. Mai, an der unter anderem die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Vorstandsvorsitzende der Kölner Uni-Klinik, Prof. Dr. Edgar Schömig, sowie Medtech-Unternehmensgründer Marc Ebinger teilnehmen werden. Die Anmeldung dazu ist noch bis zum 22. Mai möglich.

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