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Christopher Conin (l.) und Tobias Scholl von müllermusic testeten die Pedelecs. Foto: Thilo Schmülgen
Service

Mal ganz in Ruhe testen

Kostenloses Mobilitäts-Angebot für IHK-Mitglieder läuft noch bis September

Text: Werner Grosch

E-Bikes ganz in Ruhe testen - kostenlos. Ein Hybrid-Auto eine Woche lang ausprobieren - kostenlos. KVB-Jobtickets nutzen und schauen, wie gut Dienstwege mit Bus und Bahn zu bewältigen sind - kostenlos. Diese und weitere Angebote für IHK-Mitgliedsunternehmen sind Teil der Mobilitäts-Testwochen der IHK Köln. Damit will die IHK den Unternehmen aus der Region unkompliziert den Einstieg in neue Formen der Mobilität ermöglichen. Weniger Umweltbelastung, Gesundheitsförderung und auch noch Kosteneinsparung sind die Ziele.

Mit als erste dabei war das Kölner Unternehmen müllermusic. Der Spezialist für Veranstaltungstechnik stellte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwei Wochen lang sechs Pedelecs – also Pedal Electric Cycles, bei denen der Fahrer zwar elektrische Unterstützung bekommt, aber auch noch selbst in die Pedale treten muss – zur Verfügung. Die Pedelecs stammen aus dem Pool der Kölner Radstation, die einer von vielen Partnern der Testwochen ist. „Das ist eine tolle Aktion", bestätigt Franz Josef Khalifeh, Geschäftsführer von müllermusic. Der Test sei ein voller Erfolg gewesen, viele Kolleginnen und Kollegen hätten die Räder genutzt, und das teils auch außerhalb der Arbeitszeit, um gemeinsam Touren zu unternehmen. „Das hat zusätzlich auch noch den Teamgeist gestärkt", berichtet Khalifeh. Das Unternehmen will nach der guten Erfahrung künftig Dienstrad-Leasing anbieten, um die Nutzung von E-Bikes weiter zu fördern.

Die Testwochen laufen noch bis Ende September. Jan Stuckert, Mobilitätsberater der IHK Köln, berichtet von zahlreichen Anfragen vor allem zu den Angeboten von Pedelecs, Streetscootern und KVB-Tickets. „Wer noch zum Wunschtermin ein bestimmtes Angebot nutzen will, sollte sich bald melden", rät Stuckert. Zahlreiche Partner machen das breite Angebot möglich: Auto-Strunk, cambio CarSharing Rheinland, Cycling Academy, ElektroMobilität NRW, EnergieAgentur.NRW, IN VIA Radstation, KVB, LiebE-Bike, Toyota Deutschland, Toyota Carpooling sind seit dem Start im Mai dabei. Inzwischen kam noch die Mitmach-Kampagne Kölner Spritspar-Meisterschaft (KSM) hinzu, die Energiespar-Trainings sowohl für E-Fahrzeuge als auch für solche mit
Verbrennungsmotoren anbietet – auch das kostenlos.


Die Kölner Radstation hat die Elektroräder für die Testwochen zur Verfügung gestellt.
Foto: Thilo Schmülgen

Die Testwochen sind Teil der IHK-Dienstleistungen für die Mitgliedsunternehmen zum Thema Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM). Dazu gehört neben der Mobilitätsberatung auch noch das Angebot eines Zertifikatslehrgangs, der ab September den Abschluss als
Betrieblicher Mobilitätsmanager ermöglicht. „Wer die betriebliche Mobilität optimiert, dabei Kosten spart und auch noch die Umweltbelastung senkt, macht die richtigen Schritte zu einer nachhaltigen Ausrichtung, von der wir alle profitieren“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik der IHK Köln.

Wie wirksam BMM-Aktivitäten sein können, zeigen Beispiele von abgeschlossenen Projekten in anderen Teilen Deutschlands. So hat die Firma Dr. Hesse in Bielefeld mit ihrem Konzept nicht nur rund 15 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, sondern auch mehr als 8.000 Euro Betriebskosten eingespart. Erreicht hat der Spezialchemie-Betrieb dieses Ziel vor allem durch die Förderung des Radverkehrs über das Angebot des Dienstrad-Leasings, durch Jobtickets, effizientere Fahrzeuge und Spritspar-Trainings für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein Vorreiter bei diesem Thema ist übrigens auch die IHK Darmstadt, die mit ihren Maßnahmen eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs um satte 40 Prozent erreicht hat. Jobtickets, bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, Duschen und einige weitere Punkte sorgten für diesen durchschlagenden Erfolg, der mit relativ geringen Kosten erreicht wurde. Die IHK Köln entwickelt derzeit mit Unterstützung externer Fachleute ein eigenes Konzept, das auf die Bedürfnisse des Hauses sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgestimmt ist.

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