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Jede Menge Vorzüge Kölns als Kongressstadt sieht Vermarkter Christian Woronka (r.), hier mit Alexander Hoeckle, Geschäftsführer International und Unternehmensförderung der IHK Köln. Foto: Aliki Monika Panousi
Leben

Kölner Meetingmarkt: 1,3 Milliarden Euro wert

Mittlerweile erzielt der Kölner Meetingmarkt einen Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro. Das zeigt eine Studie, die das Cologne Convention Bureau (CCB) zu seinem zehnjährigen Jubiläum veröffentlicht hat. Doch die Hotelkapazitäten stoßen an ihre Grenzen.

Text: Patrick Schröder

Eine hervorragende Infrastruktur, geballte Wirtschaftspower, tolle Locations und Kultur ohne Ende: Lang überlegen muss Christian Woronka, Leiter des Cologne Convention Bureau (CCB), nicht, wenn man ihn fragt, warum Köln zu den besten Adressen für Kongresse und Tagungen zählt. Seit mittlerweile zehn Jahren ist er im Auftrag der Stadt Köln in der ganzen Welt unterwegs, um Wissenschaftler, Verbände und Wirtschaftsunternehmen von der Domstadt zu überzeugen.

„Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Veranstaltern und Tagungsstandort, als Schnittstelle zu Politik, Wirtschaft, Forschung, Locations und Dienstleistern. Dabei arbeiten wir auch eng mit der IHK Köln zusammen“, erklärt Woronka, dessen Kongressbüro der städtischen Tochtergesellschaft KölnTourismus angegliedert ist, und freut sich: „Sage und schreibe 49.500 beruflich motivierte Veranstaltungen und Events mit rund vier Millionen Teilnehmern fanden 2017 in Köln statt. Das bedeutet ein Wachstum von 20 Prozent im Vergleich zu 2008.“

720,1 Millionen Euro bleiben in Köln

49.500 Veranstaltungen in einem Jahr, davon 35.000 Meetings und Kongresse. Allein diese Zahl ist beeindruckend. Woronka aber wollte es genau wissen: Wie viele Arbeitsplätze hat die Kölner Kongress- und Tagungsbranche geschaffen? Und welchen Umsatz macht die Branche? Um diese Fragen zu beantworten, hat das CCB im Jubiläumsjahr 2018 eine Studie veröffentlicht, die erstmalig die wirtschaftliche Bedeutung des Meetingmarkts aufzeigt. Das Fazit: Der Kölner Meetingmarkt hat deutschlandweit 8.056 Arbeitsplätze geschaffen, knapp die Hälfte der Arbeitsstellen befindet sich in Köln – unter anderem bei Eventdienstleistern, Transportunternehmen und in Hotels. „Pro Jahr erwirtschaftet der Meetingmarkt einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro“, unterstreicht Woronka. „Stolze 720,1 Millionen Euro verbleiben in Köln.“

Ein Kongress-Teilnehmer gibt in Köln rund 289,70 Euro aus

Die Studie macht zudem erstmalig transparent, wie Umsätze und Ausgaben verteilt sind. Tagungshotels wie das Excelsior Hotel Ernst generieren mit Kongressen und Tagungen einen Jahresumsatz von 236 Millionen Euro. Eventlocations wie die Bel Etage im Schokoladenmuseum erreichen insgesamt 169 Millionen, Veranstaltungszentren wie das Congress-Zentrum der Koelnmesse 153 Millionen. Teilnehmer der Meetings und Kongresse geben durchschnittlich 289,70 Euro in Köln aus – unterm Strich stehen 557,30 Millionen Euro. Auf Platz zwei stehen Aussteller, die Kongresse und Tagungen begleiten (479,5 Millionen), auf Platz drei die Veranstalter. Sie investieren insgesamt 263,6 Millionen Euro, unter anderem für Catering, Raummieten, Technik und Personal.

Köln als Tagungsstandort immer beliebter

Was macht Köln als Tagungsstandort so beliebt? Kongressveranstalter profitieren von einer hervorragenden Infrastruktur für Geschäftsreisende. Die Flughäfen Köln, Düsseldorf und Frankfurt sind innerhalb von einer Stunde zu erreichen. Am Kölner Hauptbahnhof fahren jeden Tag 1.400 Züge mit 280.000 Reisenden. Es gibt 300 Hotels mit 32.000 Betten, 19 Veranstaltungszentren und 99 Eventlocations, über die das CCB regelmäßig im Handbuch „Meeting Point Cologne“ informiert. Vorteilhaft ist auch die Tatsache, dass Köln die fünftgrößte Wirtschaftsregion Deutschlands ist und Synergien mit Unternehmen und Messen möglich sind. Allein in der Automobilbranche haben Ford, Mazda, Renault und Toyota ihre Zentralen in Köln. Und in der Koelnmesse, dem drittgrößten Messegelände Deutschlands, finden jährlich 80 Messen mit rund drei Millionen Besuchern aus 221 Ländern statt.

IHK analysiert die Hotellandschaft

Da immer mehr Kongresse und Tagungen in Köln stattfinden, steigt die Nachfrage nach Beherbergungsmöglichkeiten. Bis zum Jahr 2020 werden in der Stadt deshalb mehrere Hotels eröffnen, die 1.800 neue Hotelzimmer zur Verfügung stellen. Doch wird der Kölner Hotelmarkt damit den Anforderungen internationaler Gäste gerecht? Die IHK Köln hat zu diesem Thema letztes Jahr eine Übersicht über die Entwicklung am Standort veröffentlicht, gemeinsam mit KölnTourismus, der Koelnmesse, Dehoga und KölnKongress.

Folgendes Problem haben die Experten erkannt: Die meisten neuen Kapazitäten entfallen auf das 3- oder 4-Sterne-Segment. Im 5-Sterne-Segment hingegen scheint es noch Luft nach oben zu geben. Wünschenswert zudem eine stärkere Präsenz internationaler Hotelketten, die in arabischen und asiatischen Ländern bekannt sind, um ausländischen Geschäftsreisenden die Auswahl zu erleichtern. „Eine abgestimmte Hotelentwicklungsplanung macht Sinn, um die zukünftigen Herausforderungen aktiv anzugehen und den Hotel-, Messe-, Tagungs- und Kongressstandort zu stärken und zukünftig vermehrt Großveranstaltungen und Großkongresse nach Köln zu holen“, ist IHK-Geschäftsführer Alexander Hoeckle überzeugt. „Die IHK Köln ist dazu im intensiven Austausch mit den Wirtschaftsförderern in der Region.“

IHK Köln fordert Hotelentwicklungsplan

Die Vollversammlung der IHK Köln fordert einen Hotelentwicklungsplan, um den Tagungs-, Kongress-, Messe- und Eventstandort Köln weiter zu stärken und verstärkt große Tagungen und Kongresse in die Region holen zu können. Die Wirtschaftsförderungen in der IHK-Region Köln sind aufgefordert, Hotelbedarfsplanungen vorzunehmen und eine Haltung zur Hotelentwicklung am Standort zu formulieren. Mittelfristiges Ziel ist es, dass Wirtschaftsförderer 2019 Akquisegespräche mit Investoren führen können.

www.ihk-koeln.de/185105

IHK Köln unterstützt Tourismusbranche

Die Kölner Tourismuswirtschaft ist ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor. Als Querschnittsbranche schafft, fördert und erhält sie zahlreiche Arbeitsplätze in der Region. Entsprechend bemüht ist die IHK Köln um ihr Wachstum. Hier kommt der Ausschuss für Gastronomie/Touristik-Freizeit ins Spiel, der aktuelle politische und branchenspezifische Fragen und Entwicklungen über kommunale Grenzen hinweg thematisiert und diskutiert – gemeinsam mit Verbänden und Institutionen. Als Netzwerk der regionalen Gastronomie-, Tourismus- und Freizeitbranche fördert der Ausschuss die Kommunikation und Kooperation zwischen den Mitgliedsunternehmen. Zudem berät er die Vollversammlung der IHK Köln – das so genannte Parlament der Wirtschaft – in fachlichen Fragen.

Sie haben ein Unternehmen aus den Bereichen Gastgewerbe, Tourismus, Freizeitwirtschaft? Sie wollen sich für Ihre Region/Branche einsetzen?

Dann kontaktieren Sie Ihre Ansprechpartnerin Semra Özel unter Tel.: +49 221 1640-1577 oder per E-Mail an semra.oezel@koeln.ihk.de.

www.ihk-koeln.de/001706


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