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Foto: Aliki Monika Panousi
Porträt

Kölner Kaffee für Genießer

Beste Bohnen, schonend geröstet

Text: Werner Grosch

Meike und Georg Hempsch wollen eine Kölner Kaffeemarke etablieren, die für besondere Qualität steht. Dafür hat das Ehepaar die feine Kaffee-Kunst vom Rösten bis zum Servieren gelernt. 

Wenn Georg Hempsch Kaffee herstellt, dann tut er das mit allen Sinnen. Augen und Hände testen die Qualität des Rohkaffees. Zunge und Nase schmecken und riechen die Proben, die während der Röstung 200 Grad heiß entnommen werden. Und selbst die Ohren haben etwas zu tun: „Man muss genau darauf achten, wann der erste Crack kommt, also die Bohnen zu platzen beginnen, kurz davor muss die Brennerleistung runter“, sagt Hempsch. Mit seiner Frau hat er im September die „Kölner Kaffeemanufaktur“ eröffnet. Dazu gehört ein kleines Café, das die Betreiber aber eher als Gelegenheit verstehen, ihr Produkt in Ruhe kennenzulernen. Ihnen geht es vor allem darum, eine Kölner Kaffee-Marke zu etablieren, die für besondere Qualität steht und die sie sowohl an Privat- als auch an Gewerbekunden wie Supermärkte, Restaurants oder Büros verkaufen.

Erste Erfolge zeigten sich schnell: Viele Liebhaber hochwertigen Kaffees kaufen ihre Bohnen jetzt in der Dürener Straße 123, auch das Café ist gut besucht. Und immer mehr Händler werden aufmerksam. Im Kaufhof wird der Kaffee bereits verkauft, und auch in einigen Rewe-Märkten steht er bereits im Regal. Und das, obwohl der Preis etwa doppelt so hoch liegt wie bei Massenware. Ein Preis, der seinen Grund hat: „Schon im Einkauf zahlen wir drei bis vier Mal so viel wie die Industrie“, sagt Hempsch. Das liegt an der Reinheit des Produktes, in dem nur perfekte Bohnen enthalten sind. Außerdem stellt er natürlich nur kleine Mengen her – und das direkt im Geschäft, wo Kunden und Gäste zuschauen können.

Hinzu kommt das aufwendige Röstverfahren. „In der Industrie wird schnell und sehr heiß geröstet. Das schadet den Aromen“, erklärt der gelernte Kaufmann, der sich in IHK-Lehrgängen zunächst zum klassischen Sommelier, zum spezialisierten Kaffee-Sommelier und schließlich auch noch zum Röster hat ausbilden lassen. Wenn man langsam und schonend röstet, können sich dagegen die gewünschten Aromen optimal entfalten, während beispielsweise der Gehalt unangenehmer Säuren sinkt. „Das verbessert also nicht nur den Geschmack, sondern auch die Bekömmlichkeit“, sagt Hempsch.

Riechen, schmecken, hören: Georg Hempsch beim Rösten.
Foto: Aliki Monika Panousi


Das Inhaber-Paar hat sich beim ersten IHK-Lehrgang kennengelernt, Ehefrau Meike Hempsch, gelernte Hotelfachfrau, hat nach den Sommeliers noch den „Barista“ draufgesetzt und kümmert sich jetzt vor allem um den Ausschank. Die Hempschs wollen ihren Kaffee in den edlen weißen Beuteln als Kölner Marke bekannt machen und über möglichst viele Kanäle vertreiben.

„Vorstellen kann ich mir nicht nur Cafés, sondern auch gehobene Restaurants, in denen der Espresso oft nicht mit dem Niveau des Essens mithalten kann. Oder auch Firmen, die ihren Mitarbeitern zwar teure Maschinen gönnen, aber keinen wirklich guten Kaffee.“ Vielleicht entsteht so ja neben der ganz eigenen Bierkultur auch eine völlig neue Kölner Kaffeekultur.

Ausgewählte Sorten füllt Meike Hempsch für die Kunden ab.
Foto: Aliki Monika Panousi

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