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Platz für große und kleine Autos bieten die Kölner Parkhäuser. Foto: Aliki Monika Panousi
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KölnTriangle ist bestes City-Parkhaus

Zum neunten Mal begutachteten Experten im Auftrag der IHK Köln Parkhäuser im Kölner Bezirk Innenstadt. Diesjähriger Sieger der deutschlandweit einzigartigen Aktion ist das KölnTriangle in Deutz.

Text: Julia Leendertse

Zwei Rolltore in einer Betonfassade – die Einfahrt zum Parkhaus kommt eher unscheinbar daher, doch innen drin bietet das KölnTriangle Qualität, die auffällt. Übersichtliche Gestaltung der Parkflächen, gute Verkehrsführung, 24 Stunden Personal vor Ort, Treppenhäuser und Treppenhauseingänge mit viel Glas, die auch das subjektive Sicherheitsgefühl steigern, gut erreichbare Alarmknöpfe für die Frauenparkplätze und weitgehende Barrierefreiheit für Behinderte – all das zeichnet den Sieger des Parkhaustests 2016 aus. „Die großen Schriftzüge an den Wänden lassen schon von Weitem erkennen, wo es zum Ausgang geht“, lobt die Experten-Jury von ADAC, Polizei, IHK und Stadtverwaltung.

2007 stand das KölnTriangle schon einmal ganz oben im IHK-Parkhaus-Ranking. „2016 hat sich der Betreiber, die Rheinland-Kultur, den Spitzenplatz erneut verdient, unter anderem weil die Tochter des Landschaftsverbands Rheinland seitdem weiter in die Barrierefreiheit investiert hat“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln und Geschäftsbereichs­leiter Standortpolitik. „Wir haben zusätzliche Kassenautomaten aufgestellt, um die Wege zu verkürzen, und sichergestellt, dass sie auch vom Rollstuhl aus bedienbar sind“, erklärt Rheinland-Kultur-Geschäftsführer Sebastian Emunds.

Rheinland-Kultur-Geschäftsführer Sebastian Emunds (rechts) freut sich über die Auszeichnung für das Köln Triangle. Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln, übergab die Plakette.
Foto: Aliki Monika Panousi

„Einige Vorreiter sorgen dafür, dass sich Autos leichter einparken lassen – etwa durch breitere Fahrwege und Stellplätze oder Schutzkappen an Pfeilern“, so Dr. Roman Suthold vom ADAC Nordrhein. „Doch auch Fußgänger sollten sich sicher bewegen können.“ Bei der neunten Parkhausbewertung seit 1993 war das Thema Sicherheit denn auch das wichtigste Kriterium. Auf die Plätze zwei und drei schafften es das 2015 kernsanierte Parkhaus Bazaar de Cologne und das zuletzt 2013 erstplatzierte Parkhaus Rheinauhafen. Insgesamt erhielten 27 Parkhäuser eine IHK-Aus­zeichnung. Nur zwei Parkhäuser fielen durch.

Erstmals belohnten die Prüfer auch den Einsatz innovativer Bezahlsysteme und Aufladestationen für Elektroautos. Noch verfügt zwar keine der Garagen über Strom­tankstellen, aber drei haben deren Einrichtung konkret geplant. „Hauptziel der regelmäßigen Tests ist die kontinuierliche Qualitätsverbesserung“, so Soénius. „Benutzerfreundliche Parkhäuser sind ein wichtiger Standortfaktor.“

IHK-Parkhaustest: das Bewertungsschema

Maximal 375 Punkte sind möglich. Diese verteilen sich auf fünf Prüfbereiche (in Klammern die jeweils maximal erreichbare Punktzahl):

  • Bauliches Grundkonzept/Verkehrstechnik (90)*
  • Lichtverhältnisse (48)
  • Sicherheit (105)
  • Service (51)
    Barrierefreiheit (81)

Die Jury gestand die IHK-Plakette nur Parkhäusern zu, die mindestens 45 Prozent der 375 maximal erreichbaren Punkte erzielt hatten. Weitere Infos zum Parkhaustest in der Pressemitteilung der IHK Köln

Parken in Köln - Im Parkhaus? Oder an der Straße?

Autofahrer stehen regelmäßig vor der Frage: Wo lässt sich in der Kölner City und in Deutz besser parken – im Parkhaus oder an
der Straße? Ein Blick auf die Preisstruktur kann helfen. Eine Stunde im Parkhaus kostet maximal 2,80 Euro, Parkscheinautomaten auf der Straße schlucken bis zu 4,00 Euro pro Stunde.

Diese Preispolitik kommt nicht von ungefähr. Die Stadt Köln will die Straßen in der Innenstadt und Deutz vom ruhenden Verkehr entlasten. „Köln darf als Einkaufs- und Tourismusmetropole nicht zugeparkt werden. Fußgänger und Radfahrer müssen sich ungehin­dert und sicher bewegen können“, sagt Lino Hammer, verkehrs­politischer Sprecher in der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Zugleich muss es genügend Anwohnerstellplätze geben sowie Flächen für das Be- und Entladen der Gewerbetreibenden. „Eine Lösung ist es, das Parken in Parkhäusern noch attraktiver zu machen, um so noch mehr parkende Autos hierhin zu verlagern“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Köln und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik. „Die Parkhäuser sind noch nicht ausgelastet, das Potenzial also vorhanden.“

Eine Statistik der Verwaltung kommt bei allen Parkhäusern im Parkleitsystem der Stadt auf eine Auslastung von 50 bis 70 Prozent im Jahresmittel. Das gilt auch für die 36 öffentlich zugänglichen Parkhäuser im Bezirk Innenstadt/Deutz, die an das Parkleitsystem angeschlossen sind und zusammen 21.294 Stellplätze vorhalten. Ihnen stehen 26.688 Stellplätze mit Parkscheinautomaten auf der Straße gegenüber.

Ein Argument, lieber an der Straße zu parken, ist zum Beispiel das Thema Bequemlichkeit. „Eine Erleichterung, was das Parken im Parkhaus angeht, könnten hier innovative Bezahlsysteme bieten“, so Soénius. Etwa RFID-Chips, die die Schranken beim Ein- und Ausfahren automatisch öffnen und die das regelmäßige Abbuchen der Parkgebühren ermöglichen, so dass der Weg zum Parkauto­maten entfällt. Auch Kooperationen mit Carsharing-Anbietern, die für ihre Flotten Stellplätze in Parkhäusern fest anmieten, könnten dazu beitragen.

„Wir behalten alle möglichen Lösungen im Auge, um die Situation auf den Straßen zu entschärfen“, sagt Klaus Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik bei der Stadt Köln. „Um das Potenzial in den Parkhäusern auszuschöpfen, müssen aber auch die Parkmöglichkeiten auf den öffentlichen Straßen weiter eingeschränkt werden.“ Im zentralen Kolumbaviertel habe dies bereits für Entlastung gesorgt.

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