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Der Lichtschalter wird zum Display für die Bedienung diverser Geräte im Haus - eine Entwicklung von Merten. Foto: Merten by Schneider Electric
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Innovationen: So machen's die Besten

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind in aller Munde. Doch wie entwickeln Unternehmen passende Produkte und Geschäftsmodelle? Indem sie eine Grüne Wiese zum Experimentieren etablieren, rät Prof. Matthias Böhmer von der TH Köln. So entstehen zum Beispiel Lichtschalter, die sich wie ein Smartphone bedienen lassen.

Text: Patrick Schroeder

Mit Lichtschaltern kann der Sprung in die Digitalisierungsära gelingen. Das beweist „Merten by Schneider Electric“ aus Wiehl. Das Oberbergische Traditionsunternehmen hat einen futuristischen Lichtschalter entwickelt. Sobald sich eine Hand nähert, aktiviert ein Näherungssensor ein Display. „Lichter, Thermostat und Jalousie lassen sich dann über eine Touch-Oberfläche steuern – so einfach wie bei einem Smartphone“, sagt Gerold Göldner, Leiter Produktmanagement Deutschland bei der Schneider Electric GmbH. Der Lichtschalter erkennt sogar Wischbewegungen in der Luft. Mit einem klassischen Lichtschalter hat dieses Produkt kaum noch etwas zu tun. Und genau darum geht es beim Innovationsmanagement.

„Mut ist wichtiger als IT-Kenntnisse"

Auch die BPW Bergische Achsen, ein Zulieferer der Nutzfahrzeugindustrie aus Wiehl, entwickelt Produkte für das Digitalisierungszeitalter – einen Trailer etwa, der sich in digital vernetzte Warenströme der Industrie 4.0 integrieren lässt und bei einem drohenden Defekt rechtzeitig den Weg in die nächste Werkstatt weist. Solche Innovationen seien nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch eine Frage der Haltung, ist Carlo Lazzarini, Mitglied der Geschäftsleitung bei BPW, überzeugt. „In einer Welt, in der alles im Fluss ist, kommt es immer mehr darauf an, dass Führung und Mitarbeiter gemeinsame Zielsetzungen verfolgen und bei der Umsetzung agiler, kreativer und flexibler vorgehen“, sagt Lazzarini. „Mut, Neugier und Offenheit sind für Führungskräfte heute wichtiger als IT-Kenntnisse.“ 

Auch die BPW Bergische Achsen in Wiehl entwickelt Lösungen für das Digitalisierungszeitalter.
Foto: BPW Bergische Achsen KG

Die Grüne Wiese als Denkfabrik

Unerfahrene Betriebe nähern sich dem Thema Digitalisierung am besten in kleinen Ausbaustufen, rät Prof. Matthias Böhmer, Experte für das Internet der Dinge am Institut für Informatik der Technischen Hochschule Köln, Campus Gummersbach. „Immer mehr Unternehmen etablieren eine Art Grüne Wiese, einen Innovationsbereich, in dem sie neue Produktideen für das Digitalisierungszeitalter durchdenken und diskutieren – fernab vom Kerngeschäft und zunächst fokussiert auf einzelne Use Cases“, erklärt Böhmer. Wie sich dann neue Märkte erschließen lassen, das erfahren Besucher auf der IHK-Veranstaltung „Innovationen generieren und managen – so machen´s die Besten!“ (siehe Kasten unten).

"Mut ist wichtiger als IT-Kenntnisse": Carlo Lazzarini von BPW Bergischen Achsen.Experte für das Internet der Dinge: Prof. Dr. Matthias Böhmer

IHK-Veranstaltung: „Innovationen generieren und managen - so machen's die Besten!"

Die Veranstaltung findet am 20. November ab 17:00 Uhr in der Technischen Hochschule Köln, Campus Gummersbach statt. Erfolgreiche Unternehmen berichten hier von ihren Ansätzen, Experten der Technischen Hochschule Köln erläutern neue Methoden des Innovationsmanagements. Zu Wort kommen unter anderem Carlo Lazzarini von der BPW Bergische Achsen KG (Foto links, Foto: BPW Bergische Achsen KG), und Prof. Dr. Matthias Böhmer von der TH Köln (Foto rechts, Foto: Prof. Dr. Matthias Böhmer/TH Köln). Die Teilnahme ist kostenlos.