Nutzte die IHK-Starthilfe über den „Gründungskompass“ und die IHK-Experten: Jonas Hartung, million moods. Foto: Olaf-Wull Nickel
Blickpunkt

IHK Köln gibt Starthilfe

Jedes Jahr lassen sich rund 300 Gründer bei der IHK intensiv beraten und bei ihren ersten Schritten in die Selbstständigkeit begleiten. Wir stellen zwei von ihnen vor.

Text: Josephine Pabst

Jonas Hartung ist mit seinem Unternehmen million moods gerade einmal ein Jahr im Geschäft, da kann er schon eine ganze Reihe richtig großer Kunden auflisten: So hat er bereits für DHL gearbeitet, für den FC Schalke 04, für Henkel, Media Markt und die Provinzial. Dabei beschäftigt sein Unternehmen gerade einmal drei Mitarbeiter, den Gründer eingerechnet. Das Geheimnis: Hartung hat eine Marktlücke entdeckt, er produziert sogenannte Moodfilme.

Diese Filme bestehen ausschließlich aus Agenturmaterial und bereits veröffentlichten Clips und dienen seinen Kunden dazu, die nächste große Kampagne und den nächsten Werbespot besser vorzubereiten. „Moodfilme geben dem Kunden Sicherheit, weil damit klarer wird, wohin die Reise geht“, sagt Hartung. Oft erhält der Gründer einen Auftrag nicht direkt von Unternehmen, sondern von einer Agentur, die sich um große Aufträge bewirbt und sich mit einem professionellen Moodfilm einen Wettbewerbsvorteil verschaffen will. „Wir haben in unserer Nische eine enorme Expertise aufgebaut“, sagt der Gründer. „Das spricht sich rum.“

Intensivberatungen, Erstinformationen, Einstiegsberatungen

Als Jonas Hartung noch ein Freelancer war, der gerade sein Studium beendet hatte, als es noch kein Unternehmen gab, keine Büroräume, keine Gewerbeanmeldung und keinen Businessplan, da wandte sich der Filmemacher an die IHK Köln. Er besuchte eine kostenlose Orientierungsveranstaltung, den „Gründungskompass“, der sich an alle richtet, die sich gerne selbstständig machen wollen. In den nächsten Monaten ließ sich Hartung immer wieder von Start-up-Experten der IHK beraten, ließ seinen Businessplan gegenlesen und informierte sich über Förderungen. Seit Jahren ist die IHK Köln für viele Gründer wie Hartung der erste und wichtigste Ansprechpartner auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Im vergangenen Jahr haben 300 Intensivberatungen in der IHK Köln, aber auch außerhalb, z.B. während der Sprechstunden im Co-Working- Space Startplatz, stattgefunden. Darüber hinaus gab es über 3.200 Erstinformationen und Einstiegsberatungen.

Ein anderes Beispiel für IHK-gestützte Gründung ist Don Kassube. Er möchte mit seinem Start-up ein Problem lösen, das viele größere Unternehmen umtreibt: Weil immer mehr Mitarbeiter zu Hause arbeiten, Kunden besuchen oder längere Zeit an anderen Unternehmensstandorten sitzen, bleiben viele Arbeitsplätze in der Zentrale verwaist. Arbeitgeber bieten deshalb immer öfter Desk Sharing an. Das Prinzip ist einfach: Wer kommt, setzt sich an einen freien Platz, loggt sich mit seinen persönlichen Daten ein und kann starten.

Nutzte die IHK-Starthilfe über Gründungswerkstatt und persönliche Beratung: Don Kassube, Sedeo.
Foto: Olaf-Wull Nickel

Das Problem: Oft sitzen Mitarbeiter nicht in sinnvollen Teams zusammen, sodass Arbeitsgruppen sich jeden Tag neu mühsam finden müssen. Kassube hat mit seinem Unternehmen Sedeo eine Software entwickelt, die Desk Sharing vereinfacht: Sie richtet sich an Mitarbeiter, Führungskräfte und Office Manager. Die Software erfasst, wer wo sitzt, wo Plätze noch frei sind und wo nicht. So sehen Mitarbeiter jeden Morgen auf einen Blick, wo ihr Team sitzt und ob in der Nähe noch ein freier Platz vorhanden ist. Führungskräfte können sehen, wie gut das Büro ausgelastet ist und was sich effizienter gestalten lässt.

Auf diese Weise sparen Unternehmen Geld, während Mitarbeiter effizienter und besser zusammen arbeiten können. Drei Mitarbeiter beschäftigen die beiden Gründer. Sie arbeiten im Co-Working-Space Startplatz im Mediapark. „Wir sind bisher relativ einzigartig“, sagt Don Kassube. „Zwar gibt es auch schon andere Tools, die sich in unserer Nische bewegen, allerdings überfrachten sie den Benutzer entweder mit Informationen und Anwendungen oder sie sind ganz simpel gehalten und können nur einen Teil von unserer Software.“

Über die Plattform Gründungswerkstatt Nordrhein-Westfalen, die von verschiedenen IHKs gemeinsam betrieben wird, erhielt Kassube Kontakt zur IHK Köln, lud seinen Businessplan hoch und ließ sich schließlich beraten. „Im ersten Schritt wollte ich wissen, ob das überhaupt Sinn macht, was wir uns da ausgedacht haben“, erinnert er sich. „Wenn man frisch von der Uni kommt, dann braucht man erst einmal einen Einstieg in die Selbstständigkeit.“ Gründer Don Kassube hat noch viel vor: Er möchte wachsen, neue Investoren für sein Unternehmen gewinnen und überregional weitere Kunden gewinnen. Die ersten Schritte dafür sind längst gemacht.

So hilft Ihnen die IHK bei Ihrer Gründung

Die IHK Köln berät Sie zu allen wichtigen Themen, die Sie bei Ihrer Gründung beschäftigen. Bei der kostenlosen Orientierungsveranstaltung „Gründungskompass“ können sich Gründer über die ersten Schritte informieren. Außerdem erklärt die IHK, wie und wo Gründer Förderung erhalten, sie prüft Businesspläne und berät, wenn es um Recht und Steuern sowie Technologie und Digitalisierung geht.

Sie erreichen die Start-up-Unit der IHK Köln telefonisch unter Tel. 0221 1640-1572 oder per Mail: startup@koeln.ihk.de.

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