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Multifunktional: Ihre 400 Quadratmeter große Empfangshalle nutzt die ABLE Group in Gummersbach auch für Weiterbildungen, Workshops und Festivitäten. Foto: Hans-Juergen Landes
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HEEEREINSPAZIERT!

Designer-Sofas statt protzigem Marmor, stylische Tresen statt Pförtner in Glaskästen – moderne Foyers wirken repräsentativ, strahlen Offenheit aus und suchen die Kommunikation auf Augenhöhe. Mit der passenden Komposition aus Farben, Formen, Materialien und Licht gerät das Entrée zur Trumpfkarte in 3-D.

Text: Julia Leendertse

Qvest – Hotellobby für Kunstgenießer

Eine fast schon sakrale Atmosphäre herrscht in der Qvest-Hotellobby, dem 1897 erbauten einstigen Kölner Stadtarchiv.
Foto: Ralph Baiker

„Europas bestes Designhotel“ („GEO“-Ranking 2017) liegt gut versteckt mitten in der Kölner City. Die Adresse: Gereonskloster 12 ist ein von Platanen beschatteter Platz gegenüber der Kirche St. Gereon. Seit 2015 betreibt hier der Kölner Unternehmer, Verleger, Kommunikationsexperte und Galerist Michael Kaune das Boutique-Hotel „The Qvest Hideaway“.

Das 1897 erbaute einstige Kölner Stadtarchiv wirkt von außen wie ein englischer Herrensitz: Sandsteinfassade, gewaltige Bogenfenster – original bleiverglast. In der 120 Quadratmeter großen Hotellobby herrscht eine fast schon sakrale Atmosphäre: dezente Marmorsäulen, schlanke Rippengewölbe und neogotische Ornamente hat der Kunstkenner mit Originalen berühmter Fotografen und Designobjekten aus den 1950er und 1960er Jahren kombiniert. Daraus ist ein Gesamtkunstwerk entstanden.

Vor der Rezeption zwei Ledersessel von Mies van der Rohe. Gedämpftes Licht spendet die von Mariano Fortuny 1901 entworfene „Fortuny Light“-Stehlampe. Über die herrschaftliche Steintreppe und verwinkelten Flure gelangen die Gäste in eines der 34 Zimmer – jedes individuell eingerichtet.

„Unternehmenskultur beginnt an der Türschwelle“, sagt Kaune. „Im Empfang lassen sich Werte und Ansprüche gut vermitteln.“ Ob ein Unternehmen innovativ oder kulturbezogen ist oder Ambitionen zu besonderer Expansion hegt, das alles lässt sich schon am Foyer ablesen. Die Botschaft der Qvest-Hotel-Lobby ist eindeutig: Dieses Haus ist keine bloße Unterkunft. Wer hier eincheckt, weiß Orte zu genießen, an denen alles stimmig ist.

Bones & Brain – Eingang zur Wohlfühlwelt

Der Eingangsbereich zur Gemeinschaftspraxis Bones & Brain hat den Anspruch, bei den Besuchern für Entspannung zu sorgen. Ecken und Kanten sucht man vergebens.
Foto: AXM Studio, Alex Stiebritz, Karlsruhe

Der Tresen wirkt, als ob er schwebe, nicht eine Fuge stört die Szenerie und auch im Alltag ist die Empfangs- und Wartezone der Gemeinschaftspraxis Bones & Brain wohltuend aufgeräumt.

In der 270 Quadratmeter großen Praxis gestaltete Hubert Günther vom Kölner Planungsbüros PD Raumplan auf 35 Quadratmetern für die beiden Bones & Brain-Gründer 2014 eine Empfangswelt, die den Anspruch hat, bei den Besuchern für Entspannung zu sorgen und Wertschätzung zu vermitteln. Der Schwebeeffekt wird durch einen LED-Lichtstreifen am Fuß des Empfangstresens erzeugt. Für Wohlfühlatmosphäre sorgen auch die vielen Rundungen und organischen Formen bei der Gestaltung der Wände und des Mobiliars. Ecken und Kanten sucht man bei Bones & Brain vergebens.

Wer die Gemeinschaftspraxis des Orthopäden Boris Böttenberg und der Psychologin Claudia Roberts in Köln-Deutz betritt, gelangt in eine andere Welt. Die Bones & Brain-Philosophie: „Gönn Dir etwas, hab kein schlechtes Gewissen. Je besser es Dir selber geht, desto mehr kannst Du erreichen – für Dich und andere.“

Die Privatpraxis bietet sowohl orthopädische wie auch psychotherapeutische Begleitung. „Wer’s im Rücken hat, dem drückt es meist auch auf der Seele und umgekehrt“ – das körperliche wie geistige Wohlbefinden soll deshalb über eine ganzheitlichere Betrachtung zurückgewonnen werden. Die Räume sind hell und aufgeräumt. Das hilft den Patienten, zur Ruhe zu kommen und sich und ihr Leben neu zu sortieren.

EASA – Das kommunikative Foyer

Bei der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA sorgt die Kombination aus historischer und moderner Architektur für Spannung.
Foto: Jens Kirchner für kadawittfeldarchitektur

Für eine Behörde gibt sich die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA in ihrer neuen Zentrale am Konrad-Adenauer-Ufer erstaunlich offen. In der 200 Quadratmeter großen Empfangshalle geht es international, aber auch familiär zu.

Im stilvollen Ambiente des ursprünglich zwischen 1906 und 1913 erbauten und kürzlich von Kadawittfeldarchitektur komplett neu konzipierten Gebäudes laden Sofas und Sessel den Besucher zum Verweilen ein. Die Kombination aus historischer und moderner Architektur ist spannend. Hier wird einem das Warten so schnell nicht langweilig. Dieser zentrale Treffpunkt mit seinen zu allen Seiten mit schwarzem Marmor ummantelten Durchgängen erzeugt eine fast campusartige Atmosphäre und gewährt vielfältige Einblicke in das Innenleben der Behörde – etwa in das angrenzende Bistro oder in die Konferenzzone, die der EASA jedes Jahr über 15.000 Besucher beschert.

Imposant ist der Blick auf die Galerie des 1. Obergeschosses. Beeindruckend sind auch die „Staff Walls“ in den drei Innenhöfen des 26.000 Quadratmeter großen Bürokomplexes. Fassaden-Designer haben auf den verputzten Wänden nach einem Entwurf der Architekten eine Europa-Karte stilisiert und die Konterfeis der über 800 Mitarbeiter der EASA verewigt. Die Fotocollagen zeigen, wer hinter der EASA steckt: hochspezialisierte Fachkräfte aus 28 Nationen, die gemeinsam für die Flugsicherheit in Europa arbeiten. Die Belegschaft sieht sich als Teil der europäischen Familie, was auch erklärt, warum es der Behörde so wichtig ist, dass sich Besucher aus aller Welt bei ihr willkommen und wohlfühlen.

Ferchau/ABLE Group – Empfang mit Eventcharakter

Klare Linien, die Wände aus schlichtem Sichtbeton, der Boden aus schwarzem Naturstein und ein lichtdurchflutetes Atrium, aus diesen Ingredienzien hat ABLE die Empfangshalle ihrer neuen Holding-Zentrale in Gummersbach gestaltet.
Foto: Hans-Juergen Landes

Techniker lieben es schnörkellos. Klare Linien, eine 41 Meter lange und 15 Meter hohe Glasfassade, Wände aus schlichtem Sichtbeton, ein Boden aus schwarzem Naturstein und ein lichtdurchflutetes Atrium – das sind die Ingredienzien, aus denen Deutschlands Marktführer für Ingenieurs- und IT-Dienstleistungen, die ABLE Group, die Empfangshalle ihrer neuen Holding-Zentrale in Gummersbach gestaltet hat.

9.500 Mitarbeiter verteilt auf fünf Tochterfirmen mit 130 Standorten zählt die Firmengruppe. Ihre Geschichte begann vor 50 Jahren als Ein-Mann-Ingenieurbüro für Anlagenbau im Oberbergischen. Heute bietet die ABLE Group, hinter der die Familie Ferchau steht, Unternehmen branchenübergreifend Ingenieurs- und IT-Know-how an. Das Geschäftsmodell: Der Engineering-Dienstleister rekrutiert laufend Fachexperten, die für mehrere Tausend verschiedene Kunden in Projekten tätig sind – von ABB über Airbus, BMW, Carl Zeiss bis Siemens.

„In der ABLE-Zentrale haben wir auf rund 400 Quadratmetern bewusst eine großzügige Empfangshalle gestaltet. Hier finden auch Weiterbildungen, Workshops und Festivitäten statt“, sagt ABLE-Chef Frank Ferchau. „Wer so dezentral organisiert ist wie wir, braucht einen Raum, der das Unternehmen für alle erlebbar macht.“ Bequeme Sofalandschaften und Sessel, vor allem aber insgesamt sieben zwei mal ein Meter große LED-Leuchten, die von der Foyer-Decke hängen, machen aus dem gläsernen Entrée einen Empfang mit Eventcharakter. Alle paar Sekunden wechseln die „Hängenden Fahnen“ die Farbe.

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