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Foto: Thilo Schmülgen
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Die Jugend von heute: Generation Z

Die Generation Z ist die, die jetzt nach und nach auf den Arbeitsmarkt kommt. Und sie unterscheidet sich von ihrer Vorgänger-Generation gewaltig, sagen Experten. Auf Unternehmen kommt da richtig was zu – das bestätigen auch Praktiker, die schon erste Erfahrungen haben.

Werner Grosch

Die Generation Y erschien wie der Traum jedes Arbeitgebers. Leistungsbereit, lernwillig, technikaffin, gut ausgebildet, Mehrarbeit ist kein Thema. Inzwischen aber steht die Generation Z in den Startlöchern. Und was die mitbringt, ist eine echte Herausforderung für Unternehmen.
Zur Generation Z gehören je nach Definition heutige Teenager und junge Erwachsene. Prof. Dr. Christian Scholz, Professor für Organisation, Personal- und Informationsmanagement an der Universität des Saarlandes und Top-Experte für die Generation Z, setzt beim Jahrgang 1995 und jünger an.

Scholz hat bei einer Veranstaltung des Fachkraftwerks Oberberg in Engelskirchen zu dem Thema referiert. Und die Eigenschaften, die er da beschrieb, unterscheiden die „Z-ler“ massiv von ihrer Vorgänger-Generation:

  • Sie wollen unbedingt feste Arbeitszeiten, klar umrissene und begrenzte Aufgaben und sind zu Extraleistungen wie Überstunden nur sehr ungern bereit.
  • Sie haben nur eine geringe Bindung an das Unternehmen.
  • Sie bevorzugen kleine, abgeschlossene Büros, bloß keine Open Offices.
  • Karriere ist oft nicht mehr so wichtig, das Leben außerhalb des Berufs viel wichtiger geworden.

Prof. Scholz erklärt einen wichtigen Charakterzug der Generation Z: „Sie will eine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben, was beispielsweise dazu führt, dass etwa Vertrauensarbeitszeit abgelehnt wird, weil man fürchtet, jederzeit verfügbar sein zu müssen. Auch Betriebskitas werden abgelehnt, weil sie eine Vermischung von Berufs- und Privatleben mit sich bringen.“ Was manche Unternehmen noch als tolle Innovation feiern, könnte also bald ganz schlecht ankommen.

Diese Theorie bestätigt Andreas Döbler hundertprozentig. Er ist seit 32 Jahren Ausbildungsleiter für gewerblich-technische Berufe, seit neun Jahren in dieser Funktion bei der Kuhn Edelstahl GmbH in Radevormwald. Döbler schildert ein vielsagendes Beispiel. „Jedes Jahr gibt es in Radevormwald die Gemeinschaftsaktion ,Rade räumt auf‘, bei der wilder Müll eingesammelt wird. Wenn ich vor zehn, zwölf Jahren die Azubis gefragt habe, wer macht da am Samstag mit, gingen sofort viele Hände hoch. Heute ist Schweigen. Dann fragt einer, ob das auf die Arbeitszeit angerechnet werde, ich sage Ja, und dann gehen zaghaft ein paar Hände hoch.“

Auch den Wunsch nach einem festen Rahmen kennt Döbler gut: „Ich habe schon in Vorstellungsgesprächen erlebt, dass junge Leute nur exakt von 7 bis 15 Uhr arbeiten wollten.“ Gleitzeit? Schichtdienst gar? Auf keinen Fall. Wie Prof. Scholz mahnt auch er jedes Unternehmen, sich auf die neue Generation einzustellen: „Die jungen Leute wollen nach ein paar Jahren was anderes machen. Das bedeutet, Sie müssen ständig für Nachwuchs sorgen! Und das in unserem Fall für einen Betrieb, in dem die Maschinen durchweg laufen müssen - aber Schichtarbeit will auch niemand mehr machen. Das ist ein wachsendes Problem.“

Anfang 20 oder jünger? Das ist die Generation Z. Die ZDF-Sendung "37 Grad" erklärt in diesem kurzen YouTube-Clip, was diese Generation ausmacht.

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