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Antje Seidel (vorne) knüpfte über "Gegründet, um zu bleiben", Kontakte für ihre Sprachschule speakeasy. Foto: Aliki Monika Panousi
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Gegründet, um zu bleiben

Text: Julia Leendertse

Zwei Jahre nach dem Firmenstart wollen Jungunternehmer vor allem eins: weiter wachsen. Auf der Info-Veranstaltung „Gegründet, um zu bleiben“ versorgt die IHK Köln sie mit Tipps zu Recht, Steuern und Fördermittel. Daneben nutzen viele Newcomer die Chance, sich miteinander zu vernetzen.

Die Jungunternehmerin Karin Rachow kam in Arbeitsmontur auf die Bühne: Wanderstiefel, Rucksack und auf dem T-Shirt das Logo ihrer Firma „Die Wandertour“. Rachows Aufgabe: Wie in der Startup-Szene üblich, ihr Publikum im Börsensaal der IHK Köln in nur 60 Sekunden für ihre Geschäftsidee zu begeistern. „Ich bin Wanderführerin, vermittle über meine Online-Plattform geführte Wanderungen in ganz Deutschland und bin auf der Suche nach Kunden, aber auch nach Wandervereinen, Wanderführern und Tourismusverbänden, die ihre Events mit mir zusammen promoten wollen.“

Auf der diesjährigen Infoveranstaltung für Jungunternehmer „Gegründet, um zu bleiben“, die die IHK Köln in jedem Herbst veranstaltet, gelang der Kölnerin mit kurzen und einfachen Worten eine Punktlandung. Rachow: „Ich kam an diesem Abend von der IHK Köln mit spannenden neuen Geschäftskontakten nach Hause.“

Fakt ist: Das Geschäftsmodell inhaltlich voranzutreiben, Kunden an Land zu ziehen und sich weiter zu vernetzen, kostet gerade Unternehmen, die zwischen zwei und drei Jahre alt sind, viel Zeit und Energie. Damit diese Newcomer im Markt daneben den Blick fürs Wesentliche bei den Basics der Unternehmensführung nicht verlieren, versorgt die IHK Köln diese spezielle Zielgruppe auf dem Info-Abend mit den wichtigsten Fakten zu den Themen Recht, Steuern, Finanzierung, Datenschutz und Internetrecht.

Jedes Jahr melden mehrere Tausend Neugründer ein haupt- oder nebenberufliches Gewerbe an und nutzen dabei das umfangreiche Beratungsangebot der IHK Köln. „Zwei Jahre später ist vielen dieser Jungunternehmer nicht mehr ganz so präsent, dass ihre IHK sie über den gesamten Lebenszyklus ihres Unternehmens unterstützt und berät – von der Gründung bis zur Betriebsübergabe - und sie unser Expertenwissen jederzeit anzapfen können“, erläutert Mathias Härchen, Teamleiter Unternehmensförderung bei der IHK, den Sinn und Zweck des Events.

Gerade im Geschäftsalltag von Jungunternehmern tauchen regelmäßig Fragen auf, für die es sich nicht lohnt, extra einen Rechtsanwalt oder Steuerberater einzuschalten. Sie möglichst schnell zu beantworten, dabei sind die 220 Fachexperten der IHK Köln gerne behilflich (siehe Info-Kasten).

„Auf die Frage ‚Was tut meine IHK für mich?‘ liefert auch die Veranstaltung eine Antwort. In nur zwei Stunden geben wir den Teilnehmern eine Art Tool-Box für die Unternehmenspraxis an die Hand“, sagt Petra Göbbels, Referentin für Gründungen und Start-ups. „Zudem zeigen wir Wege auf, wie sie die IHK mitgestalten können – etwa als ehrenamtliche Prüfer in der Ausbildung, als ehrenamtlicher Handelsrichter oder als Mitglied eines der Gremien und Ausschüsse. Nach den Fachvorträgen nutzen viele noch die Chance, sich beim Imbiss miteinander zu vernetzen.

„Wir suchen dringend Aushilfen. Wisst ihr, wie man an Studenten kommt?“ oder „Wie habt ihr die neue Datenschutzgrundverordnung gemanagt?" - Sich über solche Aufgabenstellungen mit Gleichgesinnten austauschen zu können, tut vielen Unternehmern gut, sind sie doch sonst als Einzelkämpfer unterwegs. „Weil nicht jeder mit jedem direkt ins Gespräch kommen kann, veranstalten wir zum Warmlaufen in den inoffiziellen Teil des Abends sogenannte Company Pitches“, berichtet IHK-Referentin Göbbels. „Im Vorfeld der Veranstaltung kann sich jeder Unternehmer dafür bewerben, sich und sein Geschäftsmodell auf der Bühne in 60 Sekunden vorzustellen“.

Jeweils 30 Unternehmen kommen dabei pro Veranstaltung zum Zug. Antje Seidel, Gründerin und Inhaberin der Sprachenschule speakeasy Sprachen+ aus Köln-Lindenthal, trat dafür mit einem lila Ball an. „Unsere Sprachtrainer beziehen im Unterricht alle Sinne mit ein, wenn sie den ausländischen Fachkräften von Krankenhäusern, IT-Firmen oder Speditionen Deutsch als Fremdsprache oder Englisch im Einzeltraining beibringen“, erklärte Seidel und demonstrierte einprägsam, wie das Zahlenlernen bei speakeasy funktioniert. Seidel warf ihren lila Ball hoch und zählte laut „1“. Anschließend warf sie den Ball ins Publikum. Der Fänger reagierte ohne Absprache – so wie die Unternehmerin gehofft hatte – und rief laut: „2“. Seidel: „Im Company Pitch trainieren zu können, wie ich mein Unternehmen prägnant präsentieren kann, schon allein dafür hat sich die Teilnahme gelohnt.“

Antje Seidel, Gründerin und Inhaberin der Sprachenschule speakeasy (l), hier im Gespräch mit Petra Göbbels, Referentin der IHK Köln im Bereich International und Unternehmensförderug, holte sich bei der IHK-Veranstaltung "Gegründet, um zu bleiben" Tipps.
Foto: Aliki Monika Panousi

IHK-Tool-Box für Jungunternehmer

Welche Dokumentationspflichten müssen wir bei der Steuer beachten? Was blüht uns bei einer Betriebsprüfung? Wie kommen wir an Fördermittel? – Solche und artverwandte Fragen beantworten die Fachexperten der IHK Köln Newcomer-Unternehmern auch jenseits der Spezialveranstaltung „Gegründet, um zu bleiben“.
Tipp: Einfach eine Mail an service@koeln.ihk.de schicken, in zwei, drei Sätzen den Sachverhalt beschreiben und die Kernfragen formulieren – das reicht.
Oder Sie wenden sich telefonisch an das ServiceCenter der IHK Köln unter 0221-1640-0. Servicezeiten: Mo. bis Do. 8:00 - 17:00 Uhr und Fr. 8:00 bis 16:00 Uhr.

Wer sich lieber selbst über die Homepage der IHK Köln Expertenwissen anlesen will, wird unter folgenden Links besonders schnell fündig:

Hier lernen Sie die einzelnen Rechtsgebiete kennen, zu denen Ihre IHK-Fachexperten Ihnen gerne praxisnahe Tipps geben. Wir machen Sie auf Fachveranstaltungen und Links zu Ihrer Fragestellung aufmerksam. Themenbereiche, zu denen wir Ihnen erste Auskünfte geben, sind zum Beispiel Arbeitsrecht, Wettbewerbsrecht, Datenschutz, Gesellschaftsrecht und Gewerberecht.

Wie funktioniert das mit der Lohnsteuer, wenn ich den ersten Mitarbeiter einstelle? Was muss ich bei Kundenanfragen aus dem Ausland steuerlich beachten? Unter „Steuern von A bis Z“ gibt es praxistaugliche Merkblätter zu fast jedem Steuer-Thema.

Wie bereite ich mich am besten auf ein Bankgespräch vor? Welche Fördermittel gibt es, wenn mein Unternehmen wachsen soll? Unter „Finanzierung und Fördermittel“ lotsen wir Sie durch den Finanzierungs- und Fördermitteldschungel.

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