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Doris Tönnessen und Martin Braun: Das Team der Wirtschaftsbibliothek der IHK Köln. Foto: Aliki Monika Panousi
Porträt

Geballtes Wissen

80.000 Bücher, 200 Zeitschriften, zahlreiche Mikrofiches und Filme – die Wirtschaftsbibliothek der IHK Köln bietet Quellen zu allen volks- und betriebswirtschaftlichen Themenbereichen.

Lange Regalreihen voller Bücher, von denen einige mehr als 200 Jahre alt sind, aber auch jede Menge aktuelle Publikationen bietet die Wirtschaftsbibliothek der IHK Köln, an der Gereonstraße schräg gegenüber vom IHK-Hauptgebäude. In diesem Wissensspeicher arbeiten Leiterin Doris Tönnessen und ihr Kollege Martin Braun schon sehr lange zusammen. Doris Tönnessen ist seit 2004 in der Wirtschaftsbibliothek, Martin Braun seit fast 40 Jahren.

Das kleine Team kooperiert auch eng mit dem Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv (RWWA), das ebenfalls bei der IHK Köln angesiedelt und im selben Haus untergebracht ist. Die Bibliothek bietet vielfältige Services – und zwar, wie wenig bekannt ist, für alle, die im Bezirk der IHK Köln wohnen, also in Köln, Leverkusen, dem Rhein-Erft-Kreis, dem Rheinisch-Bergischen oder dem Oberbergischen Kreis. Und das kostenlos.

Rund 80.000 Bücher sind im Bestand, dazu etwa 300 Print oder 500 digital publizierte Zeitschriften. Die Monographien sind überwiegend ganz klassisch auf Papier verfügbar, anderes auf Mikrofiches oder -film. „Thematisch umfasst das alle Bereiche, mit denen sich eine IHK beschäftigt. Vor allem Industrie, Handel, Verkehr, Tourismus, Stadtentwicklung, Rechts- und Steuerthemen. Und auch zur Wirtschaftsgeschichte Kölns und des Rheinlandes haben wir viele Quellen“, sagt Doris Tönnessen. Sie ist im Team für die Bücher und Datenbanken zuständig, während ihr Kollege vor allem die Zeitschriften in analoger und digitaler Form betreut. Die Publikationen können ausgeliehen oder im Lesesaal eingesehen werden – sofern die Corona-Situation dies zulässt.

Viele Studierende, aber auch Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen von Unter nehmen, Journalist*innen und nicht selten Privatleute nutzen das Angebot. Darunter sind auch Forschende, die beispielsweise das Adressbuch der Stadt Köln aus den Jahren 1828 bis 1973 nutzen wollen, das auf Mikrofiches vorhanden ist. Kleine Schätze im Bestand der Bibliothek sind beispielsweise die Musterbücher, die Produktanbieter früher auf Messen nutzten. Wissenschaftlich bedeutsam sind auch einige ehemalige Privatbestände wie die Sammlung des ehemaligen Ordinarius der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Universität zu Köln, Bruno Kuske, und seines Nachfolgers Hermann Kellenbenz, die die Wirtschaftsbibliothek erwerben konnte und die zusammen rund 17.000 Bände enthalten.

Buchmarkt wird ständig gesichtet

Die Bibliothek wie auch das RWWA sind damit wichtige Adressen zur Erforschung der Kölner und der rheinischen Wirtschaftsgeschichte. Der Fokus liegt aber bei weitem nicht allein auf historischen Beständen. „Ich sichte ständig den Buchmarkt und halte den Bestand durch Neuanschaffungen immer aktuell“, sagt Doris Tönnessen, die ihren Abschluss als Diplom-Bibliothekarin an der Fachhochschule Köln (heute TH) erworben hat. Interessant ist das Angebot deshalb unter anderem auch für Existenzgründer*innen, die Themen wie Businessplan, Marketing oder den Aufbau eines Online-Shops recherchieren. Aber auch Führungskräfte aus Unternehmen fragen die Publikationen nach, um sich etwa über modernes Zeitmanagement, Präsentationen, Moderation und vieles andere zu informieren.
Natürlich hat die Wirtschaftsbibliothek auch digitale Angebote. So sind sämtliche Bestände über den Online-Katalog recherchierbar. Außerdem gibt es ein häufig genutztes Online-Verzeichnis von Internetlinks, unter denen Nutzer*innen frei zugängliche Datenbanken etwa zu Firmen oder Produkten finden können. „Die finden sie auch über Google, aber das ist oft mühsam und langwierig. Über unser Verzeichnis geht das viel schneller“, erklärt Doris Tönnessen.

Dienstleister auch für IHK-Mitarbeiter*innen

Die Wirtschaftsbibliothek ist zugleich auch Dienstleister für die Mitarbeitenden der IHK Köln selbst. Sie stellt viele Fachzeitschriften, Zeitungen, aber auch Gesetzesblätter und andere Quellen tagesaktuell zur Verfügung, bietet Zugang zu Datenbanken und beschafft Informationen etwa
zu Rechts- und Steuerthemen. Inzwischen ist der überwiegende Teil davon digital verfügbar und damit eine wichtige Unterstützung für die Mitarbeitenden gerade in den Zeiten, in denen die meisten weitgehend oder vollständig im Homeoffice arbeiten.

www.ihk-koeln.de/bibliothek

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