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Nach kurzem Flug landete dieser Schmetterling schon wieder im Schulgarten. Foto: Werner Grosch
Leben

Freiheit für die Distelfalter

Erfolgreiches TuWaS!-Projekt in Kölner Grundschule

Text: Werner Grosch

Strahlender Sonnenschein, ein Garten voller blühender Wildblumen - als die Kinder zweier zweiter Klassen der Gemeinschaftsgrundschule Nesselrodestraße in Köln-Niehl "ihre" Schmetterlinge in die Freiheit entließen, hätte der Rahmen nicht schöner sein können. Vier Wochen lang hatten sie die Entwicklung vom Ei über die Raupe bis hin zum prachtvollen Distelfalter beobachtet und dokumentiert, dann kam der große Tag. Der Flug in die Freiheit endete für einige der Schmetterlinge allerdings vorerst schon nach wenigen Metern, schließlich boten sich die blühenden Disteln im Schulgarten als Landeplatz geradezu an. Die stachligen Pflanzen geben den Faltern ihren Namen, denn auf den Disteln legen diese besonders gerne ihre Eier ab.

Das Schmetterlingsprojekt ist eines der Angebote der Initiative "TuWaS! - Technik und Naturwissenschaften an Schulen", die im Rheinland von den IHKs Köln, Bonn/Rhein-Sieg und Mittlerer Niederrhein getragen wird. "TuWaS!" hat das Ziel, Schülerinnen und Schüler für die so genannten MINT-Fächer zu begeistern. Außerdem sollen Teamfähigkeit, Sprachbildung und methodisches Arbeiten gefördert werden. Die Schulen erhalten dafür erprobtes Experimentier- und Lehrmaterial für die Klassen 1 bis 6, die Lehrkräfte werden dafür eigens geschult.

"Das Schmetterlingsprojekt passt für uns sehr gut, weil wir hier eben diesen Naturgarten haben, der von der Stadt gefördert wird, um etwas gegen das Insektensterben zu tun", berichtet Schulleiter Birger Heusinger. Die GGS Nesselrodestraße hat allerdings auch schon vielfach mit der Experimentiereinheit "Chemische Tests" gearbeitet und wird im neuen Schuljahr erstmals auch die Einheit "Bewegung und Konstruktion" nutzen.


Kurz vor dem spannenden Moment: Kinder der GGS Nesselrodestraße im Schulgarten
Foto: Werner Grosch

Die Teilnahme an TuWaS! wird der Schule ermöglicht von der AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH, und das nicht erst seit diesem Schuljahr. „Wir haben die Kooperation schon zwei Mal verlängert und werden sicher auch weiter dabei bleiben, weil diese Arbeit erst richtig Sinn macht, wenn sie nachhaltig ist. Es ist ein sehr schönes Projekt, das Kindern Prozesse in der Natur anschaulich macht", sagt AVG-Pressesprecher Tilo Dumuscheit.

In der Pandemie-Zeit mit Wechsel- und Distanzunterricht war es natürlich nicht einfach, die TuWaS!-Projekte fortzuführen. "Für die Schmetterlinge hat die Zeit vor den Sommerferien gerade noch gereicht", berichtet der Schulleiter. Viele Schulen hätten dafür kreative Konzepte entwickelt, sagt Iris Wirths, Projektleiterin von TuWaS! im Rheinland. Sie freut sich darüber, dass Schulen und Förderer trotzt der Einschränkungen weiter großes Interesse an den Experimentiereinheiten zeigen. "Fast 70 Unternehmen fördern aktuell 150 Schulen im Rheinland, und dort können rund 24.000 Schülerinnen und Schüler mit TuWaS! arbeiten.“ Das ist ein großer Gewinn für die naturwissenschaftlich-technische Bildung, wie auch Schulleiter Birger Heusinger bestätigt: „Die Teilnahme an TuWaS! ermöglicht uns einen sehr handlungsorientierten Sachunterricht mit hochwertigem Experimentiermaterial. Es ist toll zu sehen, mit wie viel Spaß und Engagement die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind!"

Die Kinder zweier zweiter Klassen der GGS Nesselrodestraße haben „ihre“ Schmetterlinge in die Freiheit entlassen. Im Bild hinten links Tilo Dumuscheit, Sprecher der AVG Köln, Schulleiter Birger Heusinger (2.v.l.) und Iris Wirths (r.), Projektleitung TuWaS
Foto: Werner Grosch

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