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Fertig machen für den Abschied

Worauf Unternehmen sich beim Brexit einstellen sollten

Text: Werner Grosch

Wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht, dann wird Großbritannien ab dem 1. Januar für die Europäische Union ein Land wie jedes andere sein. Angesichts des Schlingerkurses der vergangenen Monate sollte man es wohl nach wie vor vorsichtig formulieren: Voraussichtlich werden für Großbritannien ab Januar die Regeln des europäischen Binnenmarktes nicht mehr gelten, und das Land wird kein weit reichendes Freihandelsabkommen mit der EU unterhalten. „Dass dies für deutsche Unternehmen erhebliche Konsequenzen hat, ist klar – nur der Umfang noch nicht, weil wir heute noch nicht wissen, worauf sich beide Seiten vielleicht in letzter Minute noch verständigen können“, sagt Sandra Vogt, Zoll-Expertin der IHK Köln.

Die wichtigsten Folgen werden sein: Unternehmen müssen im Warenverkehr mit Großbritannien Zoll­formalitäten beachten; auf britische Waren und umgekehrt auf EU-Waren können Zölle fällig werden; Ursprungszeugnisse können notwendig werden.

Zoll schafft 900 Stellen nur wegen Brexit

Dass der Brexit – ob nun geregelt oder ungeregelt – erheblichen Mehraufwand für den Zoll bedeuten wird, lässt sich schon an der Tatsache absehen, dass die deutsche Zollverwaltung allein dafür 900 zusätzliche Stellen geschaffen hat, die nun nach und nach besetzt werden sollen.

Die britische Regierung räumt für Warensendungen aus EU-Staaten für die Zeit nach Ende der Übergangsphase am 31.12.2020 allerdings eine Schonfrist von sechs Monaten ein: Importeure dürfen Einfuhren zunächst nur „protokollieren“ und die tatsächliche Zollanmeldung zu einem späteren Zeitpunkt erledigen. Auch die physischen Warenkontrollen finden zunächst nur für ausgewählte Warengruppen wie Alkohol und Tabak statt. „Diese Maßnahmen sollen auf jeden Fall gelten, auch wenn noch ein Handelsabkommen mit der EU erreicht wird“, erklärt Sandra Vogt.

Veränderungen, auf die sich deutsche Unternehmen recht­­zeitig einstellen müssen, betreffen aber nicht nur Zollfragen, sondern beispielsweise auch die Umsatzsteuer. Da um­­fas­sender Anpassungsbedarf interner Unternehmensabläufe zu erwarten ist, sollten Sie rechtzeitig prüfen, welche Maßnahmen in Ihrem Unternehmen zu ergreifen sind.

Webinar zum Brexit am 16. Dezember

Am 16. Dezember informiert die IHK Köln von 10:00 bis 13:00 Uhr in einem kostenfreien Webinar über Zoll- und Steuerthemen im Zusammenhang mit dem Brexit. Hinzu kommt ein aktueller Bericht zum Stand der politischen Verhandlungen. Wichtige Links:

Infos und Anmeldung zum Webinar

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Aktuelle Übersicht zum Thema Brexit und Umsatzsteuer

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