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Auch das ist Fachkräftesicherung: In der Kletterhalle begaben sich junge Menschen auf einen Parcours mit Stationen rund um Zeitmanagement, Berufsorientierung und Arbeitskultur. Foto: Astrid Piethan
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Fachkräfte sichern leicht gemacht

Ausbildung ist eine der wesentlichen Stellschrauben zur Fachkräftesicherung. Die IHK unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe mit zahlreichen Programmen – von der Berufsorientierung Jugendlicher bis zur Beratung in Sachen Ausbildung und Digitalisierung.

Text: Lothar Schmitz

Natürlich muss man nicht ausbilden. Man muss auch nicht Jugendliche bei der Berufsorientierung unterstützen. Viele Unternehmen machen aber genau das. Aus sozialer Verantwortung – und weil sie erkannt haben, dass sie eine kluge Strategie benötigen, um schon heute die passenden Fachkräfte von morgen für das eigene Unternehmen zu sichern.

Damit die Fachkräftesaat eines Tages aufgeht, fangen manche Firmen schon sehr früh an. Nämlich in Grundschulen. Dabei unterstützt sie die IHK Köln mit dem Projekt „TuWaS!“ Später, wenn der Übergang von der Schule in den Beruf für Jugendliche konkret wird – und für die Unternehmen die Gewinnung von Azubis – helfen gleich mehrere Projekte dabei, dass beide Seiten zueinander finden. „IHKplus“ stellt fünf vor, die sie unter dem Dach der Gesellschaft für berufliche Förderung in der Wirtschaft (GBFW) gebündelt hat:

„TuWaS!“ Köln/Bonn – Technik und Naturwissenschaften an Schulen
Das erfolgreiche Projekt „TuWaS!“ begeistert bereits seit zwölf Jahren Schüler*innen der Klassen 1-6 für Technik und Naturwissenschaft. Sie werden spielerisch mit Experimentier-Reihen an diese Welten herangeführt und erlernen so naturwissenschaftliche Arbeitsweisen und Kompetenzen.
Heute fördern fast 70 Unternehmen, Stiftungen und Institutionen das Projekt an insgesamt 150 Schulen in der Region Köln/Bonn. Die Förderer gehen dazu Partnerschaften mit Schulen ein und ermöglichen ihnen so die Teilnahme. Neue Partnerschaften schlossen im aktuellen Schuljahr beispielsweise INEOS, LANXESS und SN Maschinenbau. Die Firma Jokey in Wipperfürth stieg ebenfalls 2020 mit ein und übernahm direkt für zwei Schulen die Patenschaft. Viele Sponsoren unterstützen das Projekt seit Jahren – darunter die Bildungs-Stiftung der Kreissparkasse Köln.
Dieses Engagement ermöglicht jedes Schuljahr rund 24.000 Schülerinnen und Schülern „TuWaS!“-Unterricht und zirka 600 Lehrkräfte eine korrespondierende Fortbildung. „Für die Unternehmen ist es toll zu sehen, wieviel Neugierde und Forschergeist im Unterricht mit ‚TuWaS!‘ geweckt wird“, berichtet Projektleiterin Iris Wirths.

„BQN“ – Orientierung bei der Berufswahl
„BQN“ steht für „Beratungsstelle zur Qualifizierung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund in der Region Köln“. Deren Aufgabe ist es, die Ausbildungsbeteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen.
„BQN“ agiert quasi als Vorstufe zur Ausbildungsstellenvermittlung der IHK Köln. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der Unterstützung der Jugendlichen in der Berufswahlentscheidung. Meistens werden auch die Eltern der Jugendlichen eingebunden.
„Wir gehen an Schulen und bieten Workshops zu Berufsorientierung, Bewerbungsschreiben und Bewerbungsgespräch“, erklärt „BQN“-Mitarbeiterin Kiymet Akpinar. Auch Infoveranstaltungen zur Dualen Ausbildung für Jugendliche und deren Eltern in Migrantenorganisationen, Moscheen und Kulturvereinen gehören zum Angebot.
Wegen Corona konnten viele Schulbesuche und Veranstaltungen zur Berufsorientierung nicht stattfinden, dafür gab es 2020 umso mehr Einzelberatungen.

„Generation Ausbildung“ – Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung
Spannend für Firmen ist auch das neueste Projekt der GBFW: „Generation Ausbildung“. Unter diesem Namen bündelt die GBFW ab Januar 2021 das bisherige Engagement der IHK-Stiftung für Ausbildungsreife und Fachkräftesicherung, die ihre operative Arbeit zum Jahresende einstellt. Unter dem Dach der GBFW geht es sowohl mit dem erfolgreichen Mentoring-Programm als auch mit der jährlichen „Sommerakademie“ weiter.
Im einen Fall begleiten berufserfahrene Mentorinnen und Mentoren junge Leute bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und helfen als Vorbild und Motivator, auch den Berufseinstieg zu meistern. Im anderen Fall bietet die GBFW in den Sommer- sowie nun auch in den übrigen Schulferien unter dem neuen Programmnamen „#durchstarten – train for business“ einwöchige Kompaktkurse zu Themen des Bewerbens und der Berufsorientierung. „Wir möchten in Kooperation mit Unternehmen die Attraktivität der dualen Berufsausbildung steigern“, erklären die Projektleiterinnen Saskia Pflugradt und Barbara Böhm.

„Ausbildung 4.0 – Wir machen Sie fit!“ – Unternehmen digital ertüchtigen
Unternehmen, die bereits ausbilden, stehen vor der Herausforderung, dass die zunehmende Digitalisierung auch die Inhalte von Ausbildung sowie die Art und Weise, wie Jugendliche berufliches Wissen und Können erwerben, verändert. „Insbesondere kleine und mittlere Betriebe tun sich häufig schwer mit diesem Wandel“, weiß Danuta Fuchs. Sie leitet die GBFW – und das Projekt „Ausbildung 4.0“, das im August erfolgreich in die zweite Förderphase ging, nun mit dem Namen „Ausbildung 4.0 – Wir machen Sie fit!“.
Diese digitale Fitness von KMU möchte das Projekt zum Beispiel über das Format einer „Werkstatt“ erreichen, in der kleinere Betriebe lernen, Stellenanzeigen mit webbasierter Software selbst zu erstellen. Auch Online-Seminare sind geplant, zum Beispiel in Sachen Azubi-Marketing. „Hier entdecken Unternehmen, wie junge Bewerber heute ticken und wie man sie erreicht“, erläutert Projektreferent Tilman Liebert.

KAUSA – Von Migranten geführte Unternehmen bilden aus
Die KAUSA-Servicestelle Köln – „KAUSA“ steht für „Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration“ – gibt es schon lange. 2019 schlüpfte sie ebenfalls unter das Dach der GBFW. Unverändert wirbt KAUSA für die Vorzüge der Dualen Ausbildung. Zielgruppe sind vor allem die vielen Betriebe in der Region Köln, die von Migranten gegründet wurden und werden.
Auch diese spüren immer häufiger den Fachkräftemangel, kennen sich aber längst nicht immer mit den Voraussetzungen und Möglichkeiten einer Ausbildung aus. Das ändert „KAUSA“, indem es solche Unternehmen direkt anspricht, informiert und auf Wunsch von der Azubiakquise bis zum Ausbildungsvertrag begleitet.

„Nutzen Sie die vielfältigen und spannenden Angebote der GBFW“, wirbt Christopher Meier, Geschäftsführer der IHK Köln für Aus- und Weiterbildung, bei den Unternehmen, „die Projekte und Unterstützungsmöglichkeiten erhöhen deutlich die Chancen für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung!“

Ausbildung 4.0 – Wir machen Sie fit!“
Danuta Fuchs
Tel. 0221 1640-6644
gbfw.fuchs@koeln.ihk.de
www.ausbildung40.koeln
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Nächste Termine 2021:
20. Januar/17. Februar/17. März: virtuelle Workshopreihe zum Azubimarketing 4.0

BQN – Beratungsstelle zur Qualifizierung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund in der Region Köln (BQN)
Kiymet Akpinar
Tel. 0221 1640-6770
bqn.akpinar@koeln.ihk.de
www.bqn-koeln.de

Generation Ausbildung
Saskia Pflugradt
Tel. 0221 1640-6685
gbfw.pflugradt@koeln.ihk.de
www.generation-ausbildung.koeln
Nächste Termine 2021:
26. Januar, 17:30-19:30 Uhr: Schulung für neue Mentorinnen und Mentoren
29. März bis 1. April: „#durchstarten – train for business“-Kompaktkurs für Ausbildungsplatzsuchende

KAUSA
Andre Abels
Tel. 0221 1640-6774
gbfw.abels@koeln.ihk.de
www.kausa-servicestelle.koeln
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TuWaS! – Technik und Naturwissenschaft an Schulen
Iris Wirths
Tel. 0221 1640-6642
gbfw.wirths@koeln.ihk.de
www.tuwas-deutschland.de

Veranstaltung
Am besten schon jetzt notieren: Am Montag, 22. März stellen sich in der IHK Köln die GBFW und ihre fünf Projekte vor. Lernen Sie die Projekte und die Menschen dahinter persönlich kennen. Informationen: www.gbfw-koeln.de

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