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V.l.n.r.: Nadja Reineck, Daniel Fech, Lara-Marie Krüll, Anna Schönfelder, Alperen Celik, Hannah Pfeifer, Ella Habernickel, Jonny Klan, Hussein Kallas, Alexander Schulz, Melissa Alvarez (Personalsachbearbeiterin), Jan Berger (Ausbildungsleiter) Foto: Olaf-Wull Nickel
Leben

Ein Video sagt mehr als 1.000 Worte

Ein neues Angebot für kleine und mittlere Unternehmen: Ausbilderinnen und Ausbilder können mit ihren Azubis in einem Video-Workshop lernen, sich und ihren Betrieb zeitgemäß zu präsentieren.

Text: Lothar Schmitz

Jan Berger ist bei der eepos GmbH ein Urgestein, wie er selbst sagt. Das Unternehmen in Wiehl gibt es seit zwölf Jahren, Berger ist seit zehn Jahren dabei. Als er anfing, war er einer von zehn Angestellten. Das Unternehmen bildete von Anfang an aus, Berger wurde Ausbildungsleiter für den kaufmännischen Bereich. „Anfangs lief das eher so nebenher“, erinnert er sich.

Heute ist einiges anders. Der Hersteller von Aluminium-Kransystemen beschäftigt inzwischen 100 Menschen am Standort Wiehl – neun davon sind Azubis. Bis vor wenigen Wochen waren es noch elf, zwei wurden soeben nach ihren Abschlussprüfungen als Fachkräfte übernommen.

Die Ausbildung bei eepos ist längst zu einem wichtigen Kern der Personalentwicklung geworden: Das Unternehmen bildet aus, um den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern. Jan Berger und Melissa Alvarez, die das Ausbildungsteam verstärkt, liegt viel an einer attraktiven Ausbildung. Sie wissen, dass die jungen Leute nicht mehr von selbst kommen, sondern mit zeitgemäßen Methoden umworben werden wollen.

Auf der Suche nach neuen Ansätzen lernte Berger vergangenen November in der IHK-Geschäftsstelle Gummersbach Danuta Fuchs und Jan Kutscha kennen. Fuchs leitet bei der IHK Köln das Projekt „Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0!“ und hatte in Gummersbach die Infoveranstaltung „Ausbildung 4.0: BEST PRACTICE“ organisiert. Kutscha präsentierte bei der Veranstaltung den mobilen Medienkoffer „d.a.v.i.t.“, was für „digital audio video introduction toolkit“ steht. Kutscha koordiniert gemeinsam mit Michael Trommen die Transferstelle NRW des Projektes „Vierpunkteins – Digitalisierung in der Aus- und Weiterbildung“. Die Transferstelle mit Sitz in Duisburg entwickelte den Medienkoffer sowie einen eintägigen Workshop, um Auszubildende zu befähigen, kurze Filmbeiträge über ihren Ausbildungsalltag eigenhändig zu produzieren.

Die junge Zielgruppe auf Augenhöhe ansprechen

„Am Anfang unseres Projektes standen zahlreiche Firmenbesuche und Gespräche mit Personal- und Ausbildungsverantwortlichen“, erzählt Kutscha. Gemeinsamer Tenor: Gerade kleinere Betriebe tun sich oft schwer mit der Fachkräfte- und Nachwuchsakquise. „Sie wollen die junge Zielgruppe auf Augenhöhe ansprechen und dabei jung, dynamisch, interessant rüberkommen“, sagt Kutscha. „Dazu suchen sie Anstöße.“

Einen solchen Anstoß bietet „d.a.v.i.t.“. „Videos sind heute für die junge Generation selbstverständlich, also bieten sie sich auch an, um das Unternehmen zu präsentieren oder die Ausbildung im Betrieb vorzustellen“, sagt Danuta Fuchs, die von „d.a.v.i.t.“ so überzeugt ist, dass sie im Rahmen des Kölner Projekts „Fit in Ausbildung“ im April und September einen entsprechenden Video-Workshop für kleine und mittlere Betriebe im Kölner IHK-Bezirk anbietet (siehe Infokasten).

Interessierte Firmen haben aber auch die Möglichkeit, bei Kutscha und Trommen einen Inhouse-Workshop zu buchen. So wie eepos, wo am 14. März (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) alle neun Azubis, Melissa Alvarez und Jan Berger zusammenkamen, um vom Vierpunkteins-Team in die Geheimnisse der Videoproduktion eingeweiht zu werden. Der Workshop sensibilisiert für Copyright und Datenschutz, streift Word, Excel und die Frage, wie man sinnvolle Dateiordner für ein Videoprojekt anlegt. Zeigt, wie man richtig Regieanweisungen formuliert und ein Story Board erstellt. Die Teilnehmenden lernen die Hardware kennen, machen ihre ersten Aufnahmen und erfahren etwas über den richtigen Schnitt und die Vertonung. Am Ende haben sie ihr erstes Video erstellt. „Und der Ehrgeiz, danach dranzubleiben und das nächste in Angriff zu nehmen, ist geweckt“, beobachtet Trommen immer wieder.

Berger und Alvarez freuen sich auf den Video-Workshop. „Wir wollen als Erstes einen kleinen Imagefilm über unser Unternehmen produzieren“, erzählt Berger. Er soll auf der „Karriere“-Seite von eepos im Internet zu sehen sein. „Das ist der Auftakt“, fährt er fort. „Wenn es gut läuft, wird es bestimmt nicht das einzige Video bleiben!“

Video-Workshop

Mit Videos können Ausbildungsinhalte vermittelt oder kann für Ausbildungsplätze im eigenen Unternehmen geworben werden. In einem eintägigen Workshop der IHK Köln lernen Ausbilderinnen und Ausbilder sowie ihre Azubis – jeweils im Tandem –, wie man ein solches Video produziert. Der Medienkoffer enthält alles, was man dazu benötigt. Damit werden die Azubis zu digitalen Botschaftern des Unternehmens.

Zielgruppe: ausbildende Fachkräfte, Ausbilder/innen, Ausbildungsleiter/innen, Azubis und andere Ausbildungsbeteiligte von kleinen und mittleren Unternehmen (Nachweis erforderlich).

Workshops finden im April (Anmeldeschluss: 9. April) und September statt. 

„Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0!“…

…ist eine Initiative zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Nachwuchsfachkräften, Ausbilderinnen und Ausbildern im Wandel der Arbeitswelt und insbesondere der Ausbildung im Zeitalter von Industrie 4.0. Ziel ist es, neue Ansätze, Methoden und Anpassungspotenziale zu finden.

Die Ergebnisse fließen in Beratungsinstrumente ein. Dazu sind Unternehmer/innen, Ausbilder/innen sowie andere Ausbildungsbeteiligte herzlich eingeladen, mit dem Projektbüro in Kontakt zu treten.

Kontakt:

Gesellschaft für berufliche Förderung in der Wirtschaft e.V. (GBFW),

Danuta Fuchs, Projektleitung „Fit in Ausbildung; Perspektive 4.0!“,
Tel. 0221 1640-6644

gbfw.fuchs@koeln.ihk.de

www.ausbildung40.koeln

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