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Über die bestandene Zusatzqualifikation freut sich Yannick Lingen (Mitte) mit Stefanie Krieger, Leiterin Prüfungswesen Ausbildung und den Mitgliedern des Prüfungsausschusses: Wolfang Wandrey, Thomas Merker, Joachim Ebersbach, Alexander Klossack. Foto: Michael Claushallmann
Leben

Ein Extra für die Industrie 4.0

Text: Werner Grosch

Gerade in der Metall- und Elektroindustrie führt an der Digitalisierung längst kein Weg mehr vorbei. Kaum eine Maschine, kaum eine Anlage kommt mehr ohne elektronische Steuerung und Vernetzung mit anderen Prozessbausteinen aus. Die Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie und die IG Metall haben deshalb 2017 eine Reihe von Änderungen an der Ausbildungsordnung diverser Berufe vorgeschlagen, die in einem schnellen Verfahren bereits gut ein Jahr später umgesetzt wurden. Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit wurden damit feste Bestandteile der Ausbildung. Neben den Änderungen im Lehrplan ist die wichtigste Neuerung die Einführung von Zusatzqualifikationen (ZQ), die Auszubildende schon während ihrer Lehrzeit erwerben können und die sie fit machen sollen für die „Industrie 4.0“.
Insgesamt sieben Fachbereiche wurden dabei festgelegt, darunter die Gebiete  IT-Sicherheit, Programmierung, Systemintegration und Additive Fertigung (3D-Druck). In den elf betroffenen industriellen Berufsbildern – fünf als Elektroniker, fünf als Mechaniker und eines als Mechatroniker – sind jeweils bis zu vier ZQ möglich. „Für die Unternehmen bietet das die Chance, ihre Azubis noch gezielter auf künftige Aufgaben vorbereiten zu können. Und für die Auszubildenden selbst ist dies eine gute Möglichkeit, sich frühzeitig weiterzubilden und damit ihre Chancen auf besonders interessante Tätigkeitsfelder und eine gute Karriere zu verbessern“, sagt Christopher Meier, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln.
Der erste, der diese Chance mit einer entsprechenden Prüfung bei der IHK Köln nutzte, war Yannick Lingen. Er hat im Sommer seine Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei der STRABAG Property and Facility Services GmbH abgeschlossen und absolvierte darüber hinaus noch die  Zusatzqualifikation im Bereich „Programmierung“.
Die Berufsschulen können dieses Angebot durch eigenen Unterricht unterstützen, müssen dies aber nicht tun. Die Ausbildung in dem Fachgebiet der ZQ leisten die Unternehmen selbst. Das Bundesinstitut für Berufsbildung stellt Hilfen für die praktische Umsetzung im Internet bereit.
Vor der Abschlussprüfung müssen die Kandidatinnen und Kandidaten in ihrem Betrieb selbst eine praxisbezogene Aufgabe erfüllen und darüber einen Report schreiben. Das entsprechende Zertifikat gibt es nach einem fachbezogenen Fallgespräch vor einem Prüfungsausschuss in der IHK Köln.

Mögliche Zusatzqualifikationen werden in den jeweiligen Ausbildungsordnungen festgehalten. Diese sind über www.ihk-koeln.de/300 abrufbar

Yannick Lingen (rechts) legte vor dem IHK-Prüfungsausschuss nach seiner Elektroniker-Ausbildung noch die Zusatzqualifikation im Bereich „Programmierung" ab.
Foto: Michael Claushallmann

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