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Das Geschäft mit dem Dienstrad-Leasing und mit E-Bikes bringt der Fahrradbranche neue Impulse. Das freut auch Thomas Schumacher, Fahrradhändler in Köln. Foto: Thilo Schmülgen
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Die Limousine auf zwei Rädern

Das Dienstrad-Leasing bietet jede Menge Vorteile: Arbeitgeber sparen Lohnnebenkosten, Arbeitnehmer sparen Geld beim Fahrradkauf – und das kann richtig viel sein. Kein Wunder also, dass das Rad-Leasing die ganze Branche antreibt.

Text: Werner Grosch

Für Thomas Schumacher ist die Sache klar. „Wenn es in der Fahrradbranche zwei Wachstumsthemen gibt, dann sind das E-Bike und Leasing.“ Das sind die beiden Trends, die das Umsatzwachstum in der Branche treiben, sagt der Kölner Fahrradhändler. Und diese Trends haben auch durchaus miteinander zu tun, denn gerade beim Dienstrad-Leasing ist der E-Bike-Anteil besonders hoch.

Dienstwagenprivileg gilt auch für Fahrräder und E-Bikes

Aber Dienstfahrzeuge leasen, das kennen viele immer noch nur vom Auto. Was die steuerlichen Vorteile angeht, ist das Prinzip beim Zweirad dasselbe: Ende 2012 wurde das so genannte Dienstwagenprivileg auf Fahrräder und E-Bikes übertragen. Seither können Leasingraten direkt vom Bruttogehalt abgezogen werden, per Gehaltsumwandlung. Dadurch sparen Unternehmen Lohnnebenkosten, weil beispielsweise ihr Anteil am Rentenbeitrag vom Gehalt nach Abzug der Leasingrate berechnet wird und mithin geringer ausfällt. Außerdem können sie die Anschaffung natürlich als Betriebskosten von der Steuer absetzen. Und die Arbeitnehmer sparen Einkommensteuer sowie Sozialabgaben und erhalten unter Umständen sogar noch einen Zuschuss vom Arbeitgeber.

Gesund und günstig

Erwünschter Nebeneffekt: Unternehmer fördern die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Und die freuen sich über ein schickes neues Rad, das je nach Bedingungen um 40 Prozent günstiger sein kann als beim Direktkauf und dann natürlich auch privat genutzt werden darf. Hinzu kommen je nach Vertrag meist noch ein umfassender Versicherungsschutz und eine Garantie, die für drei Jahre sogar normale Verschleißreparaturen einschließt. Nach Ablauf des Leasingvertrages kann der Nutzer das Rad dann oft sehr günstig übernehmen. Auf der anderen Seite muss der Arbeitnehmer allerdings monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern.

Wachsendes Segment

Die Auswahl ist jedenfalls groß: Der Leasing-Anbieter Eurorad beispielsweise hat mehr als 1.000 Räder von mehr als 25 Marken auf der Liste. Wie viele Diensträder bislang in Deutschland geleast werden, ist nicht bekannt, weil die Zahlen bislang nicht für die ganze Branche erfasst werden und die einzelnen Anbieter keine herausgeben. Klar ist aber: Das Segment wächst. Aus Sicht von Thomas Schumacher haben Unternehmen auch allen Grund, diese Möglichkeit zu fördern. „Eine Studie hat ergeben, dass Leute, die regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit fahren, im Schnitt weniger krank sind als andere“, sagt der Händler. Und die Studie muss stimmen, sie stammt schließlich aus Holland.

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