Stichwortsuche

Eislaufen in festlicher Atmosphäre am Kölner Heumarkt. Foto: Heinzel GmbH
Leben

Die Rückkehr der Heinzelmännchen

Text: Lothar Schmitz

Die Heinzelmännchen sind zurück. Mitten am Tag und in zeitgemäßer Form – als Heinzel GmbH – verwandeln sie den Kölner Alter Markt und den angrenzenden Heumarkt alljährlich ab November in die „Heimat der Heinzel“, einen Weihnachtsmarkt mit vielen Anklängen an die berühmte Sage von den „Heinzelmännchen zu Köln“. Und mit einer wesentlichen Neuerung gegenüber der Gedichtvorlage von August Kopisch: einer Eisbahn.

Keiner gewöhnlichen allerdings. „Wir wollten etwas Besonderes schaffen“, betont Rodney Ranz, einer von drei Gründern und Geschäftsführern der Heinzel GmbH. Die hatte 2013 von der Stadt für fünf Jahre den Zuschlag für den gemeinsamen Betrieb der Weihnachtsmärkte Alter Markt/Heumarkt und der Eisbahn erhalten. „Wir wollten ein einheitliches Erscheinungsbild haben, welches sich positiv auf die Wirkung und Attraktivität des Marktes auswirkt“, erklärt Dirk Schmaul vom Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Köln.

400 Meter über den Heumarkt gleiten

Also dachten sich Ranz und seine Mitstreiter einen Eislauf-Parcours aus, den es so in Köln noch nicht gegeben hatte. Keine simple rechteckige Fläche wie andernorts, sondern eine Bahn rund um Weihnachtsmarktbuden und Reiterstandbild, mit einer Eisfläche von 1.800 Quadratmetern und einer Lauflänge von zirka 400 Metern. Aufgebaut wurde sie dieses Jahr in nur neun Tagen. „Das war Rekord“, erzählt Ranz, „und ging nur wegen einer ausgeklügelten Just-in-time-Logistik“.

Beim Betrieb der Eisbahn kommt Unterstützung von denen, die es wissen müssen: den Eismeistern aus dem Lentpark, dem Eisstadion der KölnBäder GmbH. Die sorgen durch regelmäßige Pflege für eine möglichst geringe Eisdicke. Das ist wesentlich für einen geringen Energieverbrauch.

Überhaupt ist Energie ein zentrales Thema für die modernen Heinzelmännchen: Zum Einsatz kommen stromsparende Kühlaggregate, außerdem sind die meisten Kälteleitungen isolierend überbaut. Darüber hinaus setzt Ranz auf Ökostrom von der RheinEnergie, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt, sowie auf Klimaneutralität: Für die Energie, die verbraucht wird, erwirbt die Heinzel GmbH Klimazertifikate und sorgt so für einen Ausgleich.

Alles fließt ineinander

Auch optisch geht die Eisbahn neue Wege: Gläserne Banden sorgen für Blickkontakte zwischen Eisläufern und anderen Marktbesuchern. „Alles fließt ineinander“, schwärmt Ranz, „und so haben auch diejenigen Besucher am Gesamterlebnis teil, die nicht selbst eislaufen.“

Neben dem Eislaufen gehören Eistanzshows und Eisstockschießen zum Programm, wobei Letzteres zum Renner avanciert. Für die Eisstockbahn erhielten die Macher schon bei Buchungsstart im Juni binnen einer Woche 200 Reservierungsanfragen. Insgesamt zählte die Eisbahn vergangenen Winter an 40 Öffnungstagen über 50.000 Eisläuferinnen und -läufer.

Nur Heinzelmännchen wurden noch nie beim Eislaufen gesichtet. Vielleicht fürchten sie sich davor auszurutschen – so wie in der Sage. Die endet damit, dass die Frau des Schneiders Erbsen verstreut, um die kleinen Wesen zu überlisten. Sie fallen hin, machen dabei Lärm, werden entdeckt – und verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Die Heinzel GmbH hat sie zurückgeholt.

Eislaufen in Köln

Lentpark
Geöffnet seit 1. Oktober, in den Wintermonaten montags bis freitags von 8:30-22:30 Uhr, samstags 10-22 Uhr,
sonntags 9-21 Uhr.

Eislauferlebnis „Heinzels Wintermärchen“ 
Noch bis 8. Januar, täglich von 10-22 Uhr(Ruhetage: 24./25. Dezember)

Playa-Winterland
Junkersdorfer Straße 1, 50933 Köln, noch bis 22. Januar. Schlittschuhlaufen: samstags 12-16 Uhr, sonntags 12-17 Uhr; Termine fürs
Eisstockschießen auf der Webseite.