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Die Kölner Verkehrs-Betriebe setzen bereits E-Busse ein und schaffen 50 weitere an. Foto: KVB
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Der Bus kommt leise und sauber

Emissionsfreier Nahverkehr ist ein wichtiges Element für die Mobilität der Zukunft. Die IHK Köln unterstützt deshalb diverse Initiativen in der Region. Eine internationale Konferenz in Köln lenkt zudem den Blick auf das Thema Busse.

Text: Werner Grosch


Leise, sauber, komfortabel und schnell: So sieht der Öffentliche Nahverkehr der Zukunft aus. Ein zentrales Instrument dabei sind lokal emissionsfreie, moderne Busse. Wie ihr Einsatz optimiert und ausgebaut werden kann, ist Thema einer hochkarätig besetzten internationalen Konferenz, die zum zweiten Mal überhaupt stattfindet, 2016 in London und diesmal in Köln. Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat persönlich die Schirmherrschaft für die „Zero Emission Bus Conference“ übernommen. Am 27. Und 28. November wird es um neue technische Entwicklungen ebenso gehen wie um Kostenreduzierung und die notwendige Infrastruktur.

Köln und die Region können auf diesem Gebiet durchaus schon Einiges vorweisen. So hat die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) bereits vier mit Wasserstoff betriebene Busse im Einsatz. Im kommenden Jahr werden 30 Brennstoffzellen-Hybridbusse dazukommen. Um sie sinnvoll einsetzen zu können, werden zwei weitere Wasserstofftankstellen in der Region errichtet. Die Kölner Verkehrs-Betriebe setzen indes auf batterieelektrisch betriebene Busse. Zu den acht bisher eingesetzten E-Bussen, die auf einer relativ kurzen Innenstadt-Strecke unterwegs sind, kommen jetzt sukzessive 50 weitere hinzu.

Eine Chance für bessere Luft

Elektro- und Wasserstoffantrieb nicht nur im Individualverkehr, sondern auch im ÖPNV ist ein wichtiger Pfeiler für eine saubere Mobilität gerade in den Städten. Und dies wiederum kann dazu beitragen, dass Luftreinhaltepläne eingehalten und zum Beispiel Dieselfahrverbote vermieden werden können – wenn auch dies allein als Maßnahme beispielsweise für Köln nicht reichen dürfte. „Das Thema ist deshalb für uns von großer Bedeutung, sowohl mit Blick auf die Infrastruktur als auch auf die Technologie selbst“, sagt Detlef Kürten, Leiter Technologie und Innovation bei der IHK Köln.

Aber welche Technologie ist die geeignete? In den vergangenen Jahren schien es, als hätte die Batterie der Brennstoffzelle den Rang abgelaufen. Inzwischen gibt es aber wieder verstärkt Projekte, die auf Wasserstoff setzen, nicht zuletzt auch im Bahnverkehr. IHK-Experte Detlef Kürten sieht gar keine Notwendigkeit, sich für eine Variante zu entscheiden. Im Idealfall werde je nach Bedarf die besser geeignete Technik eingesetzt. Die IHK Köln ist auch bereits seit Jahren Mitglied in der Initiative HyCologne, die sich für die Brennstoffzelle einsetzt und die vor allem jenen Wasserstoff sinnvoll nutzen will, der als Abfallprodukt der Chemieindustrie in der Region in großen Mengen anfällt.

Unternehmen der Region sind engagiert

Selbst wenn er abgasfrei und leise ist: Der Busverkehr wird in einer Stadt wie Köln immer auch eine Belastung für die Infrastruktur sein. Das hat die Diskussion um die zahlreichen Reisebusse nahe dem Dom zu Zeiten des Weihnachtsmarktes ebenso gezeigt wie die Verlagerung der Fernbus-Station vom Hauptbahnhof an den Flughafen. Die IHK Köln engagiert sich deshalb auch in dieser politischen Debatte. Außerdem bietet sie regelmäßig Informationsveranstaltungen rund um die Thematik an und weist nicht zuletzt auf die Initiativen von Unternehmen der Region hin. Beispiele dafür sind die Kooperation von Ford mit der Firma Streetscooter, die eine Tochter von Deutscher Post und DHL ist. In Köln will Ford vom Modell Work XL, dessen Batterie auf rund 200 Kilometer Reichweite kommt, künftig mehr als 3.000 Stück jährlich produzieren.
 

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