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Berater:innen der IHK besuchten die Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch. Foto: Olaf-Wull Nickel
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Ausbildung: Es geht mehr, als man denkt

Noch viele Lehrstellen im Angebot - IHK plant Nachvermittlungsaktion

Text: Werner Grosch

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Corona-Pandemie ist die Zahl der neu geschlossenen Ausbildungsverträge in der Region deutlich zurückgegangen. Unsicherheit bei den
potenziellen Bewerber:innen auf der einen, unklare Zukunftsperspektiven bei den Unternehmen
auf der anderen Seite haben sicher dazu beigetragen. Und doch zeigt sich: Es geht mehr, als
man denkt.

Zum Ende der traditionellen Azubi-Hotline der IHK Köln und der IHK Bonn/Rhein-Sieg am
30. Juli beispielsweise waren noch rund 350 freie Ausbildungsplätze in Köln, Bonn und Umgebung
im Angebot. Nachwuchskräfte für Lagerlogistik, Hotelfachleute oder Köch:innen waren und sind
ebenso gesucht wie Auszubildende in weniger bekannten Berufsbildern, etwa Luftverkehrs-kaufleute, die unter anderem den Crew-Einsatz oder Frachtkapazitäten planen.

Wachsende Orientierungsprobleme bei jungen Leuten

Die IHK Köln beobachtet einen allgemeinen Trend, der sich in der Pandemie-Zeit offenbar noch
verschärft hat: Viele junge Leute haben offenbar zunehmende Schwierigkeiten mit den ersten
Schritten hinaus aus der Schule und hinein in die Berufswelt. Das zeigt sich auch darin, dass
immer häufiger Eltern oder sogar Großeltern den ersten Kontakt beispielsweise zu den Ausbildungsstellenvermittler:innen der IHK aufnehmen.

Die IHK Köln reagierte auf diese Entwicklung nicht nur mit Angeboten wie den Elterninforma-tionsabenden, sondern auch mit möglichst direkter Ansprache unversorgter Schulabgänger:innen. „Für Oktober planen wir zum Beispiel eine virtuell gestützte Nachvermittlungsaktion, die besonders junge Leute in den umliegenden Landkreisen ansprechen soll, zu denen wir bislang keinen Kontakt aufbauen konnten“, sagt Carsten Berg, Leiter Ausbildung operativ der IHK Köln. Außerdem wird die Frist, bis zu der Ausbildungsgänge in IHK-Berufen ohne Zeitverlust gestartet werden können, wegen der anhaltenden Pandemie erneut verlängert.

Ausbildungsstart bis 1. Februar ohne Zeitverlust möglich

Bis zum 1. Februar 2022 können also junge Menschen in der Region ihre Berufsausbildung beginnen und dennoch zum selben Zeitpunkt abschließen wie diejenigen, die schon im August oder September zuvor angefangen haben. Eine solche Erleichterung gab es auch schon im vorausgegangenen Ausbildungsjahr, und die brachte durchaus Erfolge: Im letzten Quartal 2020 hat die IHK Köln 124 Ausbildungsverhältnisse mehr eintragen können als in „normalen“ Jahren. Der coronabedingte Rückgang bei der Gesamtzahl der Ausbildungsverträge konnte damit zumindest etwas kompensiert werden.

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