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Fantasievolle Hüte sind eine Spezialität von Belinda Krone. Foto: Olaf-Wull Nickel
Leben

Fantasievolle Kreationen für den Fastelovend

Ritter oder Lappenclown, Prinzessin, Fee, Matrose oder Einhorn? Bei vielen Jecken laufen die Vorbereitungen für das perfekte Kostüm auf Hochtouren. Große und kleine Ladengeschäfte in der Kölner Region bieten ein reichhaltiges Sortiment.

Text: Katharina Hamacher

Ob Kölsch Mädsche mit rut-wießem Rüschenmantel und Dreispitz, Kasalla-Fan mit Piraten-Shirt und Totenkopf-Rock, Matrose mit Ankern auf dem Blazer oder die Pokerface-Variante mit Spielkarten, Würfeln und Jetons auf dem Zylinder: Bei „Jeck Jewand“ ist der Name Programm. Wer auf der Suche nach einem originellen Kostüm zum Beispiel das Geschäft in Köln-Sülz betritt, hat die Qual der Wahl. Mehr als 1.000 Kostüme reihen sich an Kleiderstangen aneinander, Stoffballen, Bänder und Bordüren stapeln sich bis unter die Decke. Zwischendrin finden sich passende Accessoires wie Perücken, Feder-Boas, Taschen, Schmuck und Schuhe.

Das ganze Jahr über arbeitet Inhaberin Belinda Krone an ihren fantasievollen Kreationen. Jedes Jahr kommen neue hinzu, wie aktuell die mit mexikanischen „Sugar Skulls“ verzierten Shirts und Röcke für die Damen oder das Fußball-Fan-Sakko mit Schulterklappen aus Kunstrasen und Bällen für die Herren.

Ein Wahrzeichen findet sich auf allen Kostümen

So unterschiedlich die einzelnen Kostüme sind, ein kleines Detail zieht sich wie ein roter Faden durch die Gestaltung: Zwei von Pailletten umrahmte Domspitzen zieren T-Shirts, Blazer und Sakkos. „Das ist mein Markenzeichen“, sagt die Inhaberin des 2012 gegründeten Labels „Jeck Jewand“. Die stilisierte Darstellung des kölschen Wahrzeichens hat sich die Designerin schützen lassen. „Durch den Bezug zu unserer Stadt werden die Kostüme zu etwas Besonderem. Pirat beispielsweise geht immer. Aber einen kölschen Piraten gibt es nicht an jeder Ecke.“

Pünktlich zum Sessionsstart muss Belinda Krone die Kostüme fertiggestellt haben, denn dann bleibt keine Zeit mehr dafür. Dann berät sie ihre Kunden auf der Suche nach dem perfekten Fastelovends-Outfit. Ihre Zielgruppe sind Frauen und Männer aller Altersgruppen, die sich ein individuelles Kostüm wünschen. „Viele haben ein Geschick dafür, die anderen haben mich“, sagt die Kölnerin und lacht. Neben individuellen Beratungsterminen bietet Belinda Krone auch geschlossenes Late-Night-Shopping für Gruppen an – nach Wunsch mit Prosecco und kölscher Musik.

Neues Leben für alte Klamotten

Wer früh genug dran ist, kann in dem Sülzer Geschäft einen besonderen Service in Anspruch nehmen: „Kunden können eigene Kleidungsstücke mitbringen, die ich nach Absprache verändere“, erklärt die gelernte Einzelhandelskauffrau ihr „PimpUp“-Angebot. Die Inhaberin erinnert sich an eine Frau, die mit einem neongelben Etui-Kleid in ihren Laden kam. „Ich hatte sofort die Idee, es mit grün-goldenem Stoff und einem passenden Body zu einem Frosch-Kostüm umzuwandeln.“

Ihre Inspiration findet Belinda Krone auf dem Flohmarkt und natürlich in ihrer Heimatstadt: „Mein Lieblingskostüm ist das 4711-Outfit“, verrät die leidenschaftliche Karnevalistin und zeigt auf ein türkis-goldenes Ensemble aus Rock und Oberteil, das von einem farblich passenden, fantasievoll geschmückten Dreispitz gekrönt wird.